Die Deutsche Bahn will die Strecke zwischen Pforzheim und Pfinztal-Söllingen (Kreis Karlsruhe) ausbauen. Unter anderem sollen Gleise verlängert und eine Brücke erneuert werden. Die Planer rechnen auch mit Streckensperrungen. Am Mittwochabend wurden die Pläne rund 70 Bürgerinnen und Bürger bei einer Infoveranstaltung vorgestellt.
So lange ist die Strecke zwischen Pforzheim und Pfinztal gesperrt
Die Bahnstrecke zwischen Pforzheim und dem Pfinztaler Ortsteil Söllingen ist Teil der Residenzbahn, die Karlsruhe über Pforzheim mit Stuttgart verbindet. Damit es nicht immer wieder zu Sperrungen für die Fahrgäste kommt, plant die Deutsche Bahn mehrere Baumaßnahmen gleichzeitig. Beim sogenannten "Partnerschaftsmodell Schiene" waren alle Baufirmen schon bei der Planung der Baustelle beteiligt. So soll der Bau später reibungslos funktionieren.
Ganz ohne Einschränkungen wird es für die Fahrgäste allerdings nicht gehen. Auf der Infoveranstaltung kündigte das Planungsteam an, dass die Bahnstrecke im Jahr 2030 für mehr als fünf Monate voll gesperrt werden muss.
Projekt Residenzbahn: Diese Baustellen plant die Bahn bei Pforzheim
In Pforzheim sollen die Gleise für Güterzüge verlängert werden, plant die Deutsche Bahn. So könnten sie einfacher überholt werden. Außerdem soll die Eisenbahnbrücke über der Luitgardstraße aus dem Jahr 1949 erneuert werden.
Mit einem neuen Gleis sollen auch am Bahnhof Wilferdingen-Singen Güterzüge in Zukunft besser überholt werden können. Außerdem ist der Bahnhof noch nicht barrierefrei. Abhilfe sollen in Zukunft Aufzüge und eine Rampe schaffen.
Zusätzlich plant die Deutsche Bahn eine sogenannte "Blockoptimierung". Es geht darum, mehr Signale auf die Strecke zu bauen, damit mehr Züge gleichzeitig einen Streckenabschnitt befahren können. In einem Block, also zwischen zwei Signalen, darf sich immer nur ein Zug aufhalten. Je mehr Signale also auf einem Streckenabschnitt stehen, umso mehr Blöcke ergeben sich. Dann können umso mehr Züge in dem Abschnitt fahren.
Verkehrsclub BW: Guter Anfang - aber auch Kritik
"Es ist vom Grundsatz her positiv", sagt Matthias Lieb vom Verkehrsclub Baden-Württemberg. Er setzt sich für die Interessen der Fahrgäste ein und war auch auf der Infoveranstaltung in Remchingen. Er glaubt, da würde aber noch mehr gehen. So muss auch ein Bahnsteig in Kämpfelbach-Ersingen modernisiert werden. Das könnte seiner Meinung nach im gleichen Zeitraum gemacht werden. Hier verweist die Deutsche Bahn auf die Albtalverkehrsgesellschaft (AVG) und die Gemeinde, die für den Umbau zuständig wären.
Auch Pfinztal-Kleinsteinbach könnte die Deutsche Bahn in die Planung miteinbeziehen, so Lieb. Am Bahnübergang gab es vor rund 20 Jahren einen Unfall mit einem Bus. Seitdem müssen die Züge dort langsamer fahren. Fest steht: Der Bahnübergang muss umgebaut werden. Nur eine genehmigungsfähige Lösung ist noch nicht gefunden, erklärte ein Planer auf der Veranstaltung.
Das ist ein Thema, da müssen wir noch ein bisschen Hirnschmalz reinstecken.
Lieb fordert außerdem, dass auf der Strecke mehr Weichen eingebaut werden. Eigentlich müsste alle sieben Kilometer eine Weiche zwischen den Gleisen liegen, erklärt er. Dann könnten sich Züge besser ausweichen und zukünftige Störungen hätten nicht so gravierende Auswirkungen. Aktuell würde auf einer Strecke von 14 Kilometern keine Weiche liegen.
Das gab es auch früher alles. Das hat man in den letzten Jahren eingespart.
Ein Bahnsprecher teilte auf Anfrage mit, dass die Verlegung zusätzlicher Weichen kein Bestandteil der Projektbeschreibung sei, die durch den Bund finanziert werde. "Die angesprochene Thematik wird jedoch aufgenommen und intern geprüft", so der Sprecher. Ob eine Realisierung möglich sei, könne aktuell nicht zugesichert werden.
Bauarbeiten zwischen Pforzheim und Pfinztal: So geht's weiter
Ende April sollen die Baupläne beim Eisenbahnbundesamt eingereicht werden. Laut Planern wird die Genehmigung rund drei Jahre dauern. Anfang 2029 sollen dann die Bauarbeiten starten und bis Ende 2030 andauern.