Gemeinderat Pforzheim gibt das finale "Go"

Pforzheim und Enzkreis treten KVV bei: Diese Vorteile soll es für Fahrgäste geben

Pforzheim und der Enzkreis werden Mitglied im Karlsruher Verkehrsverbund. Das hat der Gemeinderat in Pforzheim entschieden. Der Beitritt soll für die Fahrgäste einige Vorteile bringen.

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Von Autor/in Annika Jost

Eine Fahrt mit der S-Bahn von Pforzheim nach Karlsruhe kann für die Fahrgäste zur Herausforderung werden. Immer wieder gibt es Probleme mit dem Fahrkartenkauf über Verbundsgrenzen hinweg - vor allem am Automaten. Damit soll aber bald Schluss sein, denn Pforzheim und der Enzkreis treten dem Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) bei. Der Kreistag des Enzkreises hat bereits Anfang Dezember zugestimmt. Am Dienstagabend hat dann auch der Gemeinderat Pforzheim als letztes Gremium sein finales "Go" gegeben.

Ein gemeinsamer Verkehrsverbund soll Vorteile bringen

Der große Verkehrsverbund vom Nordschwarzwald bis zur Rheinebene soll für die Fahrgäste einige Vorteile bringen. Wie Stadt und Kreis in einer gemeinsamen Pressemitteilung schreiben, fallen die Verbundsgrenzen dann weg. Nach einer Übergangsphase soll ein einheitlicher Tarif für Tickets gelten. Fahrgäste aus Pforzheim und dem Enzkreis können dann auch die KVV-App nutzen.

Der Verkehrsverbund Pforzheim (VPE) soll nach der Umstellung aufgelöst werden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen schrittweise in den KVV integriert werden. Nach Aussage von Stadt und Land sollen sie ihre Jobs und die beruflichen Perspektiven behalten.

Zeitplan: So läuft die Integration von Pforzheim und Enzkreis in den KVV

Die Vorbereitungen für den Beitritt dauerten rund zwei Jahre. In der Pressemitteilung von Stadt und Kreis heißt es, dass ein Gutachten zu dem Schluss kam, dass ein Beitritt zum KVV bessere Chancen für die Qualität der Verkehrsangebote biete. Es sei auch der wirtschaftlich bessere Weg für Stadt und Kreis.

Wenn alle Gremien dem Beitritt offiziell zugestimmt haben, findet im Januar eine konstituierende Aufsichtsratssitzung des KVV statt. Dann sind auch Pforzheim und der Enzkreis Teil des Aufsichtsrats.

In der Übergangsphase sollen Pforzheim und der Enzkreis dann nach und nach in den Karlsruher Verkehrsverbund integriert werden. Der genaue Zeitplan dafür soll im Januar bekannt gegeben werden. Eins steht aber jetzt schon fest: Ab dem Fahrplanwechsel 2026 soll dann ein einheitlicher Fahrkartentarif gelten.

Werden die Tickets für die Fahrgäste in Pforzheim und Enzkreis teurer?

In einem Dokument haben Stadt, Kreis und KVV die wichtigsten Fragen aufgelistet und beantwortet. So soll der Fahrpreis weitgehend gleich bleiben. "Einzelne lokale Sondertarife werden geprüft und aus Gründen der Vereinheitlichung gegebenenfalls angepasst", heißt es in dem FAQ-Dokument. Fahrgäste sollen frühzeitig über Änderungen informiert werden.

Abos und Zeitkarten laufen erst mal ohne Veränderung weiter, heißt es auf der Infoseite. Kommt es im Laufe des Beitrittsprozesses zu Änderungen, würden Kundinnen und Kunden informiert werden. Das gelte auch für die Abrechnung des Deutschlandtickets. Auch die Kooperationen mit dem Verkehrsverbünden in Calw und Stuttgart soll weiter bestehen bleiben.

Fahrgastverband begrüßt Beitritt von Pforzheim und Enzkreis

Auch der Fahrgastverband ProBahn begrüßt die Vergrößerung des Verbundsgebiets KVV. Grundsätzlich sei es immer positiv für die Fahrgäste, wenn Verkehrsverbünde zusammengelegt werden, so der Landesvorsitzende Joachim Barth.

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Annika Jost
SWR-Reporterin Annika Jost

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