Vier Menschen und neunzehn Bildschirme - voll mit verschiedenen bunten Daten, Karten und Diagrammen und aufploppenden Tickets: So sieht es in der neuen EnBW Leitstelle in Karlsruhe aus. Hier wird ab sofort dafür gesorgt, dass Elektroauto-Fahrerinnen und -Fahrer funktionierende Ladesäulen vorfinden, deutschlandweit. Die EnBW betreibt das in Deutschland derzeit größte Schnellladenetz für E-Autos. Mit über 8.000 Schnellladepunkten an rund 1.700 Standorten.
Neue Leitstelle: Probleme schneller beheben
Dass etwas nicht funktioniert, das kann immer sein. Aber mit der neu geschaffenen Leitstelle wolle die EnBW dafür sorgen, dass ihre Kunden funktionierende Ladepunkte vorfänden, erzählt der technische Leiter der E-Mobilität der EnBW, Volker Rimpler: "Die Leitstelle ermöglicht uns, defekte Stationen schnellstmöglich zu identifizieren und Einsatzkräfte rauszuschicken." Neben einer automatisierten Überwachung brauche man aber auch ein Gesamtbild über den Zustand der Infrastruktur der EnBW. Denn für die Zukunft der E-Mobilität sei ein verlässliches Ladenetz entscheidend.
Wir können hier alles sehr schnell erkennen und dann auch schnellere Einsätze initiieren. Also wirklich besser als bisher.
Simon Gutjahr ist Mitarbeiter in der Leitstelle in Karlsruhe. Zweieinhalb Millionen Nachrichten bekäme das Leitstellen-Team pro Woche, erzählt er. Das seien aber Statusnachrichten, die jetzt in der Leitstelle voll automatisiert verarbeitet würden. Hier wird auch der entscheidende Vorteil deutlich: Jede Ladestelle sendet ihren Status an die Leitstelle, also zum Beispiel ob ladend oder verfügbar. Auch wenn es eine Störung gibt, werden die Mitarbeitenden der Leitstelle benachrichtigt. Außerdem teile die Ladestelle ihnen direkt mit, ob der Fehler zum Beispiel am Kabel oder einer Leistungseinheit liege, erzählt Simon Gutjahr. Aber auch Kunden könnten Fehler melden.
"Es soll einmal 20.000 Schnellladepunkte der EnBW geben"
Als Schnellladesäule gilt eine Ladesäule mit 50 kW aufwärts. An einer Ladestation der EnBW in Karlsruhe kann das E-Auto an Säulen von 150 kW bis zu 400 kW geladen werden. Die Ladedauer hängt laut EnBW zum einen vom Fahrzeug ab, aber auch von der Batteriegröße, deren Temperatur und der Leistung, die die Ladestation zur Verfügung stellt. Im Moment sei die Ladeinfrastruktur der EnBW deutschlandweit noch nicht ausgelastet. Die meisten Ladevorgänge zur gleichen Zeit kämen am häufigsten samstags oder sonntags vor. "An solchen Tagen hatte man schon mal so 3.000 Ladevorgänge gleichzeitig", erzählt ein Mitarbeiter der Leitstelle.
Mit der neuen Leitstelle mache man sich auch fit für die Zukunft, so Volker Rimpler. Man sichere sich jetzt bereits die Standards im Wachstum des Ladenetzes in den kommenden Jahren. Rimpler erwartet, dass nicht nur die Infrastruktur wachsen wird, sondern auch, dass einzelne Ladepunkte bald viel häufiger genutzt werden. Die Verfügbarkeit funktionierender Ladesäulen sei in Zukunft noch viel wichtiger als heute, besonders, wenn man wie Rimpler davon ausgeht, dass es bald weit über zwei Millionen Elektrofahrzeuge geben wird.