Schwarze Ähren soweit das Auge reicht. Bauer Axel Keller hat es nicht geschafft, alle Felder zu ernten, bevor der Regen kam. Die Folge: Starker Pilzbefall und manche Körner treiben aus. Seit Mitte Juli regnet es und so lange muss auch der Winterweizen auf den Feldern bleiben - denn geerntet wird er nur trocken.
Axel Keller ist Landwirt auf dem Hof seiner Eltern in Ölbronn-Dürrn im Enzkreis. Neben Weizen bauen sie auch Gerste, Dinkel, Roggen und Hafer an. Außerdem haben sie 100 Milchkühe. Eigentlich ist der Betrieb breit aufgestellt, aber der nasse Juli führt zu Einbußen, erzählt der Landwirt.
Dieses Jahr ist so ein Jahr, wo es stellenweise und in manchen Regionen extrem ist.
Weniger Qualität beim Weizen bringt weniger Geld
Ist das Getreide vom Pilz befallen oder treibt neu aus, wird die Qualität der Körner schlechter, erklärt Keller. Die Qualität wird in Fallzahl gemessen. Ist die zu schlecht, könne der Weizen nicht mehr für die Lebensmittelindustrie verwertet werden, zu schlecht wäre die Backqualität. Dann wird der Weizen als Tierfutter verkauft und dafür gibt es aber nicht so viel Geld.
Hoffnung für die Landwirte - so soll das Wetter in den nächsten Tagen werden:
Schlechte Ernte: Nicht überall sind Bauern betroffen
Der Regen bringt viele Bauern in der Region in Bedrängnis. Im Enzkreis ist vor allem der Weizen betroffen. Im Kreis Calw stehen noch weitere Getreidesorten auf den Feldern und sind dem Regen ausgesetzt. Im Kreis Karlsruhe hingegen wurde das meiste schon vor dem schlechten Wetter reif und abgeerntet. Die ZG Raiffeisen veröffentlichte am Dienstag weitere Informationen zur Getreidebilanz in der Region.
Besonders positiv blickt das Handelsunternehmen auf die Weizen-, Braugerste-, Hafer- und Dinkelernte. Der Raps habe aber unter der Trockenheit im Frühjahr gelitten, deshalb sei die Ernte nicht so reichhaltig. Generell war das Wetter im vergangenen Erntejahr eine Herausforderung für die Landwirte, so Richard Volz von ZG Raiffeisen. Auf einen milden Winter folgten ein warmer Frühling und ein wechselhafter Sommer mit starken Niederschlägen.
Auch in der Region Neckar-Alb haben die Landwirte mit dem schlechten Wetter zu kämpfen:
Landwirte beunruhigt über nasses Sommerwetter Zu viel Regen macht Getreideernte in der Region Neckar-Alb derzeit unmöglich
Der Dauerregen zurzeit macht den Landwirten in der Region Neckar-Alb Sorge. Das Getreide wird sehr wahrscheinlich darunter leiden. Viele Bauern befürchten Qualitätseinbußen.
Regen vor der Weizenernte - ein Desaster?
Die Bilanz für den Hof von Axel Keller fällt relativ schlecht aus. Er spricht von einem "Extremfall" mit Einbußen, mit denen sie leben müssten. Aber es sei kein Desaster. "Wir arbeiten halt mit dem Klima oder mit dem Wetter und können somit nichts machen. Man muss es hinnehmen." Sobald der Weizen bei gutem Wetter ein paar Tage trocknen konnte, will er ihn ernten und als Tierfutter verkaufen.