In Ettlingen (Kreis Karlsruhe) ist am Montag bei Sondierungsarbeiten für ein neues Wohngebiet eine 1.000 Kilogramm schwere Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Etwa 1.500 Menschen in einem Umkreis von 400 Metern um den Bombenfund mussten am Abend ihre Wohnungen verlassen. Gegen 1 Uhr war die Entschärfung abgeschlossen. Die Anwohnerinnen und Anwohner durften zurück in ihre Häuser.
So lief die Entschärfung der Bombe in Ettlingen ab
Die Bombe wurde mit einem Bagger möglichst erschütterungsarm in Schrittgeschwindigkeit in einen anderen Bereich außerhalb Ettlingens gebracht, wo sie entschärft wurde. Am Ort der Entschärfung wurde ein zwei Meter tiefer Krater ausgehoben - wäre die Bombe explodiert, wären die Auswirkungen dadurch vergleichsweise gering, teilte Ettlingens OB Johannes Arnold (parteilos) am späten Montagabend mit. Eine Autobahnsperrung war laut Arnold nicht notwendig.
"Die Bombe war Jahrzehnte im Boden ohne Sauerstoff", sagte Arnold dem SWR. Die Zünder reagierten auf Sauerstoff, in Kombination mit dem Gewitter seien das keine guten Bedingungen, um abzuwarten, so der OB. Es gehe darum, "Leib und Leben" und die Häuser zu schützen. "Deshalb ist es besser, so schnell wie möglich zu entschärfen", sagte Arnold am Montagabend.
Die Fliegerbombe wurde nach der Entschärfung mit einem Lkw nach Sindelfingen zur Vernichtung gebracht. Dort sitzt der Kampfmittelbeseitigungsdienst Baden-Württemberg, der sich um die Beseitigung von Blindgängern aus den Kriegen kümmert.
300 Einsatzkräfte unterstützten bei Evakuierung
Rund 300 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei, Technischem Hilfswerk und des Deutschen Roten Kreuzes sowie der Stadt Ettlingen waren an der Evakuierung beteiligt. Evakuiert wurden Gebäude im Bereich Neuwiesenreben und im Wohngebiet zwischen Alexiusstraße und am Lindscharren/Gutleuthausstraße. Außerdem waren laut Stadtverwaltung die Wohnhäuser zwischen Durlacher und Karlsruher Straße betroffen. In diesem Bereich durften sich auch keine Passanten aufhalten, teilte die Polizei mit.
Fliegerbombe bei Arbeiten für Wohngebiet entdeckt
Die Fliegerbombe war bei vorbereitenden Arbeiten für ein neues Wohngebiet auf dem Areal der Kaserne-Nord in Ettlingen entdeckt worden. Eine Sprecherin der Stadt erklärte, der Fund komme nicht gänzlich unerwartet. Nach der Auswertung von Luftaufnahmen sei so etwas bereits befürchtet worden.
Wegen des nächtlichen Einsatzes beim Bombenfund bleibt das Rathaus in Ettlingen am Dienstag geschlossen. Viele Mitarbeiter waren im Einsatz.