Aus China importiert

Was sich hinter einem Riesen-Ghettoblaster in Karlsruhe verbirgt

In zwei großen runden Boxen und im Kassettenfach werden Eiskugeln verkauft. In Karlsruhe-Hagsfeld hat eine Eisdiele in einem riesigen knallroten Ghettoblaster eröffnet.

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Von Autor/in Rosalie Sommer

In Karlsruhe-Hagsfeld hat eine Eisdiele in einem riesengroßen Ghettoblaster eröffnet. Sie gehört dem Betreiber des italienischen Restaurants "Chimis" am Sportplatz in Karlsruhe-Hagsfeld. Dadurch ist auch im Ort für die perfekte Abkühlung an heißen Tagen gesorgt.

Diese Eisdiele sieht aus wie ein Ghettoblaster
Die Kassettenfächer des riesigen Ghettoblasters können für den Eisverkauf nach oben geklappt werden.

Der 32-jährige Cheng Winseng ist selbst Koch und Gastronom mit chinesischen Wurzeln. Die Eröffnung der Eisdiele allein ist für die Menschen in Karlsruhe-Hagsfeld schon Sensation genug. Und dann auch in der Form eines übergroßen Ghettoblasters.

Kuriose Idee aus Social Media

Die Idee kam ihm schon Anfang letzten Jahres. Zufällig sah er auf seinem chinesischen TikTok-Feed einen Verkaufscontainer in Ghettoblaster-Form. Ab diesem Moment stand für Cheng fest: So soll seine Eisdiele aussehen!

Diese Eisdiele sieht aus wie ein Ghettoblaster
Die Idee für seine besondere Eisdiele hat Cheng aus den sozialen Medien.

Kurzerhand machte er den Verkäufer des Containers ausfindig. Mit Hilfe einer erfahrenen Spedition wurde der Container nach Europa verschifft. Ein Lkw-Schlepper brachte ihn dann nach Hagsfeld, wo ihn ein Kran auf die Empore vor dem "Chimis" stellte. Die Kosten lägen zwischen 50.000 und 55.000 Euro, sagt der Betreiber.

Tag der Eröffnung - ein voller Erfolg

Bei der Eröffnung gab es Musik aus den 1980er und 90er Jahren. Das möchte Cheng beibehalten, um eine passende Atmosphäre für die Gäste zu schaffen. Das "Ghettoblaster-Eis" ist auch schon in Planung - in rot und schwarz, mit Himbeer- und Oreo-Geschmack. Insgesamt gibt es 20 Eissorten zu probieren.

Ursprünglich war es Chengs Wunsch, das Eis selbst herzustellen, was wegen fehlendem Platz im Restaurant nicht möglich war. Auf der Eis-Messe in Stuttgart, der einzigen Eis-Fachmesse in Deutschland, fand er dann den für ihn besten Eishersteller. Dort bestellt Cheng jetzt sein Eis.

Ich hatte in den letzten Tagen so viel Kontakt zu fremden Menschen wie in den ganzen letzten Jahren nicht, und ich arbeite in der Gastronomie.

Diese Eisdiele sieht aus wie ein Ghettoblaster
Die Menschen sind neugierig auf die neue, besondere Eisdiele.

Große Pläne für die Zukunft

Cheng wünscht sich, dass der Ghettoblaster "für immer" auf der Empore vor seinem Lokal stehen bleibt. Er plant außerdem, weitere Container in Karlsruhe aufzustellen, um dort Events zu veranstalten. Das alleinige Vertretungsrecht für Europa hat er bereits vom Hersteller bekommen, weshalb er die Container nun auch anderen Gastronomen zum Kauf anbieten möchte. "Das wäre eine Bereicherung für Karlsruhe", sagt Cheng Winseng.

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