Das Landeskriminalamt Baden-Württemberg (LKA) hat wertvolle Kunst- und Kulturschätze aus Peru aus dem Handel gezogen. Sie sollten im Enzkreis und Stuttgart versteigert werden. Peruanische Behörden machten das Landeskriminalamt auf diese bevorstehenden Auktionen aufmerksam.
Kunst aus peruanischer Chimú-Kultur sollte versteigert werden
Im Einvernehmen mit dem Auktionshaus im Enzkreis wurden die wertvollen Kunstschätze sichergestellt. Es handelt sich laut Landeskriminalamt um Textilstücke, die zweifelsfrei der präkolumbischen Chimú-Kultur zugeordnet werden können und mehrere hundert Jahre alt sind. Die Chimú-Kultur entwickelte sich in der Zeit zwischen circa 1000 und 1470 n. Chr. in der Küstenregion im Norden Perus.
Wertvolle Kunst aus Peru als Gage für Musiker?
Die Textilfragmente waren laut LKA zuletzt im Besitz einer Frau, die die Stücke offenbar von ihrem Vater geerbt hatte. Dieser war Musiker und habe sie vor vielen Jahren als Gage bei einem Konzert erhalten, so das Landeskriminalamt. Die Frau habe die Textilien zurückgegeben, auf jegliche Ansprüche verzichtet und freue sich, ihren Teil zur Rückführung beizutragen. Wie die Kunstschätze nach Deutschland gelangt sind, können die Ermittler des LKA nicht mehr nachvollziehen.
Auch in Stuttgart konnte eine Auktion vom LKA verhindert und peruanische Kunstschätze sichergestellt werden. Die Besitzerin übergab die Keramiken - ebenfalls Stücke aus der Chimú-Kultur - an das LKA, damit diese zurück in ihr Ursprungsland gebracht werden. Insgesamt 17 wertvolle Kunst- und Kulturschätze können so an Peru zurückgegeben werden.
LKA: Spezialeinheit bekämpft Kunstverbrechen
Das Landeskriminalamt bezeichnet die aktuelle erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen deutschen Behörden und dem peruanischen Staat als relevanten Schritt zur Rückführung von Kulturgütern, die unrechtmäßig ihren Weg aus dem Ursprungsland nach Deutschland fanden. "Sie zeigt, dass die Zusammenarbeit zwischen den Ländern und den jeweiligen Behörden wichtig ist, um den Schutz des kulturellen Erbes zu gewährleisten", so Oliver Hoffmann, Leiter der Abteilung Wirtschaftskriminalität im LKA.
Seit den 80er Jahren gibt es beim Landeskriminalamt Baden-Württemberg einen Spezialbereich, der sich mit der Bekämpfung von Kunstdelikten beschäftigt.