Juwelenraub in knapp vier Minuten
Es klingt nach einem Hollywoodfilm – war aber real: Der Coup im Pariser Louvre ereignete sich nicht nachts, sondern mitten am Tag, kurz nach Öffnung des Museums, während Ströme von Kunstbegeisterten auf Einlass warteten.
Die Einbrecher gelangten über ein Fenster auf der Seine-Seite ins Museum. Sie nutzten dabei offenbar einen Lastenaufzug, den Bauarbeiter über das Wochenende am Gebäude stehen gelassen hatten.
Der Diebstahl dauerte nur knapp vier Minuten. „Es handelte sich um professionelle Diebe, die in Ruhe und ohne Gewalt agierten“, sagte die französische Kulturministerin Rachida Dati in einem Fernsehinterview.
Die Sicherheit des Museums muss an die neuen Formen der organisierten Kriminalität angepasst werden.
Gestohlen wurden laut Polizei acht Stücke aus der Schmucksammlung Napoleons. Die mit Diamanten besetzte Krone von Kaiserin Eugénie aus dem 19. Jahrhundert wurde später in der Nähe des Museums gefunden – offenbar hatten die Diebe sie auf der Flucht verloren.
Auch die Mona Lisa verschwand schon aus dem Louvre
Schon 1911 es gelang dem Italiener Vincenzo Peruggia, die „Mona Lisa“ von Leonardo da Vinci aus dem Louvre zu stehlen. Der Handwerker hatte im Museum gearbeitet, versteckte sich dort, zog einen weißen Kittel an und „entführte“ die „Gioconda“ – versteckt unter seinem Mantel – unbemerkt durch eine Seitentür.
Zwei Jahre blieb die „Mona Lisa“ verschollen, bis Peruggia versuchte, getrieben von dem Wunsch, das Meisterwerk „an Italien zurückzugeben“, sie in Florenz zu verkaufen. Am 4. Januar 1914 kehrte die „Gioconda“ in einer Zeremonie zurück in den Louvre.
Großer Schock in Deutschland: Raub im Grünen Gewölbe
Deutschland war 2019 geschockt vom dem Diebstahl aus dem „Grünen Gewölbe“ in Dresden. Die Täter brachen nachts die Vitrinen mit einer Axt auf und entwendeten königliche Juwelen aus dem 18. Jahrhundert im Wert von über hundert Millionen Euro.
Fünf der sechs Angeklagten des Berliner Remmo-Clans wurden schuldig gesprochen, der Großteil der gestohlenen Schätze wurde zurückgegeben, teilweise jedoch beschädigt.
Doppelter Van-Gogh-Klau in Amsterdam
Der Diebstahl zweier Bilder aus dem Van Gogh Museum 2002 in Amsterdam gilt als einer der berühmtesten Kunstdiebstähle überhaupt. Die Diebe entkamen mit einer Leiter über das Dach, mitgenommen hatten sie van Goghs „Meeressicht bei Scheveningen“ und „Die reformierte Kirche von Nuenen mit Kirchgängern“.
Erst 14 Jahre später konnten die Werke wiedergefunden werden: Die italienische Polizei entdeckte sie bei einem Mann der „Camorra“, in gutem Zustand kehrten sie nach Amsterdam zurück.
Bereits 1991 wurden aus dem „Van Gogh Museum“ 20 Kunstwerken geraubt, darunter so berühmte Gemälde wie der „Die Kartoffelesser“. Diese Werke wurden kurz jedoch schon darauf in einem verlassenen Auto in der Nähe wiedergefunden.
Norwegischer Fußballer raubte den „Schrei“ von Munch
Edvard Munchs Kunstwerke wurden ebenfalls schon mehrfach Opfer von Kunstdiebstählen. 1994 stahl der norwegische Ex-Fußballer Pål Enger Munchs Bild „Der Schrei“ aus dem Nationalmuseum Oslo. Mit einer einfachen Leiter verschaffte er sich Zutritt und nahm eine Tempera-Version des berühmten Gemäldes mit.
Kurz darauf wurde Enger gefasst. Er galt als großer Bewunderer Munchs und begann während seiner Haft selbst zu malen. Zehn Jahre später schlugen erneut Diebe zu: Zwei bewaffnete Männer drangen in das Osloer Museum in ein, bedrohten Angestellte und stahlen erneut den „Schrei“ sowie die „Madonna“. Auch sie wurden gefasst – die beschädigten Gemälde konnten Jahre später restauriert und wieder ausgestellt werden.
Unschätzbarer historischer und kultureller Wert
Museen wurden immer Opfer von schweren Raubüberfällen, das Diebesgut war millionenschwer oder gar unbezahlbar. Die Liste ließe sich lange fortschreiben. Der jüngste Fall in Paris zeigt: Museen benötigen mehr Sicherheit und Schutz – denn es geht oft nicht nur um materiellen Wert, sondern auch um den unschätzbaren historischen und kulturellen Wert der Objekte.