Schwarze Zahlen und trotzdem nicht rentabel?

Betriebsrat von NEFF in Bretten fordert: Legt endlich die Fakten auf den Tisch

Warum muss eine Fabrik schließen, wenn sie schwarze Zahlen schreibt? Am Freitag haben sich Betriebsräte von NEFF mit Bosch-Siemens-Vertretern zu einem ersten Gespräch getroffen.

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Von Autor/in Heiner Kunold

Es war das erste Treffen von Betriebsrat und Geschäftsleitung bei NEFF in Bretten. "NEFF und Bosch-Siemens-Hausgeräte müssen jetzt erstmal die Information und Beratung, die eigentlich vor der Entscheidung hätte stattfinden sollen, nachholen. Danach werden wir ein eignes Alternativkonzept vorlegen, um den Standort erhalten zu können", so der Betriebsratsvorsitzende von NEFF, Kristian Kipcic-Suta nach dem Gespräch mit den Arbeitgebern.

Standort Bretten schreibt immer noch schwarze Zahlen

Laut IG-Metall Bruchsal wurden bei dem Treffen die Gründe der Bosch-Siemens-Hausgeräte GmbH dargelegt. Ein konkreter Zeitplan wurde nicht vorgelegt. Von der Arbeitgeberseite wurde zugegeben, dass Bretten kein schlechter Standort sei und immer noch schwarze Zahlen schreibe, NEFF Bretten habe einen guten Ruf innerhalb des Produktionsnetzwerks, so IG Metall-Sprecher Dirk Becker. Nach Einschätzung der IG Metall fehle die zwingende wirtschaftliche Notwendigkeit für die Schließung.

Laut zweitem Betriebsratsvorsitzenden Thomas Rudolph produziert NEFF in Bretten derzeit vielleicht etwas weniger als in guten Zeiten - von roten Zahlen sei man aber meilenweit entfernt. Er sieht gute Überlebenschancen für den Standort, wenn es gelingt, die Arbeitgeberseite von ihren Plänen abzubringen. Deshalb wollen Gewerkschaft IG Metall und der NEFF-Betriebsrat nach den Sondierungsgesprächen eigene Alternativpläne zur Schließung vorlegen. So weit sei man allerdings noch nicht bei NEFF in Bretten.

Zunächst nur Gespräche, keine Verhandlungen bei NEFF

Die Arbeitnehmerseite betont, es handle sich am Freitag noch nicht um Verhandlungen, sondern lediglich um erste Gespräche. Bislang habe es die BSH-Geschäftsleitung versäumt, den Betriebsrat in Bretten rechtzeitig zu informieren. Dies müsse nachgeholt werden. Erst danach seien Verhandlungen möglich. Bis jetzt gebe es für Verhandlungen jedenfalls noch keine Grundlage, sagt Dirk Becker von der IG Metall.

Wie viel ist das Logo von NEFF in Zukunft noch wert?
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Betriebsrat NEFF: BSH Geschäftsleitung soll endlich Zahlen vorlegen

Die Gewerkschaft pocht auf die strikte Einhaltung dieses Fahrplans: Denn laut Betriebsverfassungsgesetz müsse eine Firma auch den Arbeitnehmervertretern gegenüber ihren Beweggründen und damit Zahlen und Fakten präsentieren. Danach müsse es schließlich möglich sein, Alternativen zu diskutieren, betont der IG-Metall-Gewerkschaftsgeschäftsführer, um die Arbeitsplätze am Standort zu erhalten.

Appell an soziale Verantwortung der Bosch-Siemens-Vorstände

Betriebsrat und Gewerkschaft sind erbost über die Art und Weise, wie die BSH solche Verhandlungen führt: Bosch habe als Stiftungsunternehmen eine besondere soziale Verantwortung und müsse danach schauen, dass Arbeitsplätze in schwierigen Zeiten auch in Deutschland erhalten bleiben, fordert Becker. Es gebe noch etwas anderes als nur das Thema Rendite, sagt der Gewerkschafter.

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Schließungspläne in Bretten sollen zurück genommen werden

Betriebsrat und IG Metall wollen erreichen, dass die Schließungspläne von NEFF in Bretten zurückgenommen werden, und dass über Alternativen diskutiert wird. Sollte am Ende tatsächlich über Arbeitsplatzabbau gesprochen werden, sollte der zumindest sozialverträglich gestaltet werden, meinen die Arbeitnehmervertreter.

Das ist ein profitabler Standort. Es gibt keine wirtschaftliche Notwendigkeit, dass dieser Standort geschlossen werden muss, weil hier kein Geld verbrannt wird.

Becker verweist auf die Entwicklung in der jüngsten Vergangenheit: Die Mannschaft im NEFF-Werk Bretten habe es geschafft, schon seit drei Jahren erfolgreich gegen die weltweite Krise bei der "weißen Ware" anzuarbeiten und in Bretten weiterhin schwarze Zahlen zu schreiben. Nach Jahrzehnten der Gewinnabschöpfung müsse das Unternehmen in schwierigen Zeiten auch einmal eine geringere Umsatzrendite hinnehmen, ohne sofort Arbeitsplätze abzubauen, sagt der Gewerkschaftsboss.

Das NEFF Haushaltsgerätewerk in Bretten mit rund tausend Beschäftigten soll 2028 geschlossen werden.
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Menschenkette gegen die Schließung am 30. Januar

Der nächste wichtige Termin bei NEFF in Bretten ist eine Menschenkette rund um das Werk. Sie soll am 30. Januar um 17.00 Uhr stattfinden. Betriebsrat und Gewerkschaft hoffen dabei auf mindestens 2.000 Menschen, die sich an der Aktion beteiligen. Auf einer Länge von zwei Kilometern soll die Menschenkette das komplette Werk einschließen. Mit der Kette wollen die Arbeitnehmer symbolisch ihre Arbeitsplätze in Schutz nehmen.

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