Während einigen Automobilstandorten in Baden-Württemberg die Schließung droht, sieht es für das Mercedes-Benz-Werk in Rastatt anders aus. Am Donnerstag war der Produktionsstart des neuen GLA-Modells. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger ist das neue Modell elektrisch. Bis Ende des Jahres soll in Rastatt auch ein spezielles Hybrid-Modell gefertigt werden. Mehr als 275.000 Autos können im Rastatter Werk pro Jahr vom Band laufen.
Millioneninvestitionen für die Produktion in Rastatt
Mercedes-Benz in Rastatt hat hohe Erwartungen an das neue Elektromodell. Denn sein Vorgänger, ein Verbrenner, sei aktuell das meistverkaufte Kompaktmodell des Werks. In die neue Produktion werde ein dreistelliger Millionenbetrag investiert. Nach Angaben von Mercedes-Produktionsleiter Marco Zwick sei das Werk derzeit voll ausgelastet. 7.000 Menschen arbeiten vor Ort am CLA und dem GLA-Modell.
Die Produktion bedeutet Beschäftigungssicherung und ist ein Meilenstein für die Zukunft des Werks.
Mindestens sechs bis acht Jahre lang soll das neue Modell nun in Rastatt produziert werden. So lange sei der Lebenszyklus eines Fahrzeugs üblicherweise, sagte Produktionsleiter Marco Zwick. Komponenten für das neue Elektroauto kommen aus Mercedes-Werken in Stuttgart-Untertürkheim und Kuppenheim. In der Tochtergesellschaft von Mercedes im sächsischen Kamenz werden zudem die Batterien gefertigt.
Neuer Mercedes in Rastatt: "Glaubensbekenntnis an den Standort."
Rastatts Oberbürgermeisterin Monika Müller nannte die neue Produktion ein "Glaubensbekenntnis an den Standort Rastatt". Die Region profitiere enorm davon. Sowohl die Arbeitnehmer im Mercedes-Benz-Werk, als auch die gesamte regionale Wirtschaft.
Diskussion um Kosten der deutschen Werke bei Mercedes
Bei Mercedes läuft aktuell eine Diskussion über die Zukunft der deutschen Werke. Aus Sicht des Vorstands sind diese zu teuer. Die Beschäftigten sollen deshalb mehr arbeiten fürs gleiche Geld. Schon jetzt hat Mercedes seinen Standort in Ungarn massiv ausgebaut.
Die IG Metall sieht besonders den schwierigen Absatz auf internationalen Märkten, den verschärften Wettbewerb und den Kostendruck zwischen Standorten als Risiko für die deutschen Werke. Dass nun wieder ein neues Auto in Rastatt gefertigt wird, sei eine gute und wichtige Nachricht für die Beschäftigten, so die Gewerkschaft auf Anfrage. Entscheidend seien trotzdem weitere Produktvergaben, Investitionen und Auslastungen an deutschen Standorten.