Die Spargelsaison neigt sich dem Ende zu. Am 24. Juni, dem Johannistag, wird jährlich der letzte Stich gesetzt, dann ist offiziell Schluss. In Baden-Württemberg zieht der Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer (VSSE) mit Sitz in Bruchsal (Kreis Karlsruhe) eine positive Bilanz. Eine beständige Ernte und dicke Spargelstangen, vor allem weil das Wetter mitgespielt habe, so ein Sprecher des Verbands.
Spargelsaison: gutes Wetter, gute Ernte
"Durch die Sonne und das gleichmäßige Wetter hatten wir eine gute Saison", berichtet Simon Schumacher, Geschäftsführer des VSSE. Im Vorjahr hatte es zu viel geregnet, weshalb die Ernte 2024 weniger ergiebig war.
Dieses Jahr konnten die Bauern allerdings vom Regen des Vorjahres profitieren. Der Spargel konnte durch das viele Regenwasser des Vorjahres noch besser wachsen und war zu Beginn der Saison besonders "dick und lecker". Das hat man auch am Ladentresen gemerkt, denn "da wurde ordentlich zugegriffen", sagt der Verbandsgeschäftsführer.
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Rückgang bei den Spargelanbauflächen
Diese Spargelsaison ist aber auch von einem Rückgang an Anbauflächen geprägt. Durch die hohen Kosten des Spargelanbaus geben immer mehr Betriebe den Spargelanbau auf, berichtet Schumacher. Trotz der positiven Bilanz der Saison ist der VSSE besorgt um die nächsten Jahre. Mit Sorge blicke man auf anstehende Mindestlohnerhöhung 2026, heißt es vom Verband. Schumacher befürchtet einen weiteren Rückgang der Anbauflächen.
Wie viele Tonnen Spargel dieses Jahr insgesamt geerntet und verkauft wurden, ist noch nicht bekannt. Im Vorjahr waren es in Baden-Württemberg knapp 8.600 Tonnen. Schumacher ist sich sicher, dass diese Zahl in dieser Saison übertroffen wird.
Auf Bruchsaler Spargelhof geht die Arbeit nach dem Saisonende weiter
"In dieser Saison haben wir sieben Tage die Woche durchgearbeitet", berichtet der Bruchsaler Spargelbauer Otmar Böser. Er und seine Familie verkaufen den Spargel direkt an die Kunden im Hofladen oder in dem hofeigenen Spargelrestaurant. Der Spargel der Bösers kommt auch um die Welt. Mittlerweile liefert der Spargelbauer wöchentlich nach Mallorca und Singapur - darauf ist er besonders stolz.
Neben der Bodenqualität sind die Erntehelfer das, was es für guten Spargel braucht.
Viel Zeit zum Verschnaufen bleibt Familie Böser nach dem Saisonende allerdings nicht. Nach der Saison ist vor der Saison. "Ein paar Tage nehmen wir uns frei, um die Akkus wieder aufzuladen, aber dann beginnt die Vorbereitungszeit für die nächste Saison", so Böser. Dann heißt es: Böden wässern, Unkraut jäten und Felder vorbereiten.
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Für die Saisonvorbereitung wird es auf dem Spargel- und Erdbeerhof wieder etwas leerer. Die 100 bis 120 Erntehelferinnen aus Rumänien, Polen und Kroatien verlassen mit dem Ende der Saison den Hof. "Neben der Bodenqualität sind die Erntehelfer das, was es für guten Spargel braucht", erklärt der Spargelbauer.
Saisonabschluss am Johannistag auf Bruchsaler Spargelhof
Während der Spargelsaison verdienen die Erntehelferinnen und Erntehelfer zwischen 8.000 und 9.000 Euro. Täglich wird vier bis sechs Stunden geerntet, anschließend wird das Gemüse sortiert und gewaschen. Während der Saison fühlt sich das Miteinander auf dem Hof für Otmar Böser wie das Leben in einer "Großfamilie" an.
Am Johannistag selbst wird der Saisonabschluss gebührend gefeiert. Für die letzte Fahrt vom Feld schmücken die Erntehelferinnen und Erntehelfer ihre Busse. Mit einem kleinen Umtrunk und bei Kaffee und Kuchen wird dann gemeinsam der Saisonabschluss gefeiert.
Spargelbauer Otmar Böser isst Spargel übrigens am liebsten mit zerlassener Trüffelbutter.