Kreativer Weg durch die Krise

Holzspielzeug statt Autoteile: Ingenieure von Karlsruher Start-up denken um

Wegen der schlechten Lage in der Autoindustrie geht das Karlsruher Start-up FxB Engineering alternative Wege. Neben Autoteilen setzen die jungen Ingenieure jetzt auf Holzspielzeug.

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Von Autor/in Luka-Andreas Robič

Vor 14 Monaten gründeten Norbert Fischer und Frank Bielecke das Unternehmen FxB Engineering. Die beiden sind seit mehr als einem Jahrzehnt in der Autoindustrie tätig. Sie entwickeln Mechanik- und Softwarelösungen in Automatisierung und Robotik. Kunden sind große deutsche Automobilhersteller. Doch seit rund zwei Jahren spüre man eine Stagnation in der Branche, erzählt Frank Bielecke. Zeit zum Umdenken.

Weniger Aufträge aus der Autoindustrie sorgen für neues Portfolio

Die sinkende Nachfrage zwingt die beiden nicht in die Knie. Ganz im Gegenteil: Sie weiten das Portfolio ihres Unternehmens aus. Und ihre Kunden tragen mittlerweile nicht nur Anzug und Krawatte, sondern auch Latzhose. Um nicht zu stark von der Autoindustrie abhängig zu sein, haben Norbert Fischer und Frank Bielecke umgedacht und stellen nun auch Spielzeug her.

Kugelbahn, Leitergolf, verschiedene Wurfspiele und jetzt auch Laufräder aus Holz sind im Sortiment zu finden. Die Ingenieure haben es geschafft, ihr Wissen und das ihrer Mitarbeiter in die Entwicklung der Spielzeuge zu stecken.

Mitarbeiter und Gründer des Start-up FxB Engineering testen ein Wurfspiel.
Mitarbeiter und Gründer des Start-up FxB Engineering testen ein Wurfspiel. Bild in Detailansicht öffnen
Mitarbeiter eines Start-ups aus Karlsruhe testen ein Wurfspiel.
Was gebaut wurde, muss auch getestet werden. Bild in Detailansicht öffnen
Das Team des Start-ups FxB Engineering hat Spaß mit einem selbstentwickelten Wurfspiel.
Das Team des Start-ups FxB Engineering hat Spaß mit einem selbstentwickelten Wurfspiel. Bild in Detailansicht öffnen

Das sagen die Mitarbeiter des Start-ups zum Spielzeug

Die Mitarbeiter waren zu Beginn von der Idee überrascht. Michael Weidemann war am Anfang besorgt, ob das Team das überhaupt hinbekommt. Nachdem die Sache dann angelaufen ist, ist er positiv gestimmt. Die Ausweitung auf die Spielzeugherstellung hat auch Erkenntnisse für das Hauptgeschäft gebracht, so Norbert Fischer.

Auch Mitarbeiter Sören Grüßinger sieht in der Entwicklung etwas Positives. Da er als Softwareentwickler überwiegend am Computer arbeitet, freut er sich darüber, dass er mittlerweile auch Handarbeit leisten und mit den Holzwerken sein Hobby bei der Arbeit ausüben kann.

Sören Grüßinger, Mitarbeiter des Start-ups FxB Engineering, poliert Holzspielzeug.
Sören Grüßinger, Mitarbeiter des Start-ups FxB Engineering, poliert Holzspielzeug.

Zwar konnten sie in den letzten Wochen schon erste Spielzeuge verkaufen, doch alleine darauf wollen sie nicht setzen. Die Spielzeugherstellung mache nur fünf bis zehn Prozent des Gesamtgeschäfts aus, so Norbert Fischer. Und ob das auch wirklich profitabel sein werde, sei noch offen. Klar sei, dass das Hauptgeschäft der Firma der Anlagenbau, der Konstruktionsbereich und die Automatisierung ist.

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