Im Jahr 2023 beleuchteten die Stadtwerke Pforzheim in Zusammenarbeit mit einem Dresdner Unternehmen den Schornstein des Heizkraftwerks für Fernwärme in Pforzheim. Zwei Jahre später leitete die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen den damaligen Chef der Stadtwerke ein. Insider warfen ihm Untreue vor. Zuerst hatten die Badischen Neusten Nachrichten über die eingestellten Ermittlungen der Staatsanwaltschaft berichtet.
Ermittlungen ergaben keinen hinreichenden Tatverdacht
Anonyme Hinweisgeber hatten behauptet, der ehemalige Stadtwerkechef Herbert Marquard habe keine Alternativangebote für die Beleuchtung des Schornsteins eingeholt und dafür eine Gegenleistung vom Unternehmen erhalten, das den Zuschlag bekam. Laut Staatsanwaltschaft Pforzheim wurden die Ermittlungen mangels hinreichendem Tatverdacht nun eingestellt. Die anonymen Hinweise hätten sich bei den Ermittlungen nicht bestätigt, so die Staatsanwaltschaft.
Schon vor einigen Monaten hatte das Landgericht in Karlsruhe Hausdurchsuchungen für rechtswidrig erklärt, die im Zuge der Ermittlungen stattgefunden hatten. Unterlagen, die im Zuge der Durchsuchungen beschlagnahmt wurden, durften nicht verwendet werden.
Laut Staatsanwaltschaft Pforzheim wurden die rechtswidrigen Hausdurchsuchungen intern aufgearbeitet. "Unmittelbare Auswirkungen auf andere Ermittlungsverfahren hat diese Entscheidung jedoch nicht, da hier stets der Einzelfall zu beachten ist", so die Staatsanwaltschaft in einer schriftlichen Mitteilung.
Geschäftsräume durchsucht Stadtwerke Pforzheim: Ermittlungen gegen Ex-Chef wegen Untreue
Die Staatsanwaltschaft Pforzheim ermittelt gegen einen ehemaligen Chef der Stadtwerke. Er soll zu viel Geld für die Beleuchtung eines Kraftwerks ausgegeben haben, die dann kaum genutzt werden konnte.
Marquard: "Ich will nur noch meine Ruhe"
Auf SWR-Anfrage äußerte sich Herbert Marquard erleichtert. Er sei froh, dass das Verfahren nun beendet sei und seine Unschuld bewiesen wurde. Vor allem die Hausdurchsuchungen hätten ihm und seiner Frau zugesetzt. "Ich hätte mir das niemals vorstellen können, das man völlig unschuldig sowas erleben kann."
"Der entstandene Schaden ist nicht wieder gut zu machen", erklärt der ehemalige Stadtwerke-Chef. Ob er eine Entschädigung geltend machen möchte, beantwortete er auf SWR-Anfrage nicht. Die Staatsanwaltschaft erklärte, dass noch nicht feststehe, ob ein Antrag auf Entschädigung Erfolg haben könnte.
Ich will jetzt nur noch meine Ruhe haben.
Stadtwerke legen den Streit mit ehemaligem Chef bei
Auch der Aufsichtsrat der Stadtwerke hat seinen Streit mit dem ehemaligen Chef der Stadtwerke beigelegt. In einer Pressemitteilung teilte die Stadt Anfang März mit, dass die Untersuchung beendet wurde.
Gleichzeitig würde Herbert Marquard die Klage gegen die Stadtwerke zurückziehen. Die Geschäftsführung sollte danach zeitnah entlastet werden. Wegen der Vorwürfe gegen Marquard war die Geschäftsführung für das Jahr 2024 vorerst vom Aufsichtsrat nicht entlastet worden.