Saisonkräfte in Karlsruhe gern gesehen

Taxifahrer Alessandro arbeitet im Sommer im Freibad: Das Durlacher Turmbergbad ist sein "Revier"

Alessandro Bagnoli aus Karlsruhe arbeitet im Sommer im Schwimmbad und fährt im Winter Taxi. Warum das Lebensmodell genau richtig für ihn ist.

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Von Autor/in Louisa Guy-Sanchez

Wenn Alessandro Bagnoli am Beckenrand im Turmbergbad in Karlsruhe-Durlach Aufsicht hat, dann ist er sehr konzentriert. Von April bis September ist das sein "Revier". Und hier fühlt er sich pudelwohl.

Die Atmosphäre, das Freie, mag ich am Schwimmbad. Es ist eine schöne Arbeit.

Im Winter Taxi, im Sommer Freibad

Eigentlich ist der 51-Jährige Taxifahrer. Den Freibadjob macht er nun in der zweiten Saison. Im Winter Taxi, im Sommer Freibad - das ist ein Lebensmodell, das für ihn gut funktioniert:

Ich bin abenteuerlustig, ein neugieriger Mensch. Ich mag es nicht, mich festzulegen.

Alessandro Bagnoli hat italienische Wurzeln. Er erinnert sich noch an seinen italienischen Onkel, der immer davon schwärmte, wie leicht es war, unkompliziert in Deutschland Arbeit zu finden. Einfach vorsprechen und das war's.

Diesen Ansatz verfolgt auch Alessandro Bagnoli heute noch: "Das alte System funktioniert weiterhin." Über eine Bekannte hat er erfahren, dass die Karlsruher Bäder immer wieder Saisonkräfte suchen. Dann ging alles ganz schnell: "Ich habe dienstags angerufen und eine Woche später war ich eingestellt."

Karlsruher Bäderchef: "Wir brauchen diese Saisonkräfte"

Für Oliver Sternagel, den Karlsruher Bäderchef, sind Mitarbeiter wie Alessandro Bagnoli ein Glücksgriff: "Wir sind zufrieden, ist ja auch ein sympathischer Kerl." Jahr für Jahr rekrutiert Sternagel Saisonkräfte für die Karlsruher Freibäder, insgesamt 30 Personen für vier Freibäder. Davon hängt im Wesentlichen ab, ob die Freibäder öffnen können. "Wenn ein Bad nicht sicher ist, bleibt es zu", so Sternagel.

Ein Mann im Freibad in Karlsruhe
Bäderchef Oliver Sternagel freut sich über jede zusätzliche Saisonkraft für die Karlsruher Freibäder.

In diesem Jahr hat es gerade so geklappt: Pünktlich zum Saisonstart konnten genug Mitarbeiter eingestellt werden. Die Messlatte hängt nicht sehr hoch, wenn es nach Oliver Sternagel geht: "Die Leute sollten ein bisschen Deutsch können und ein bisschen schwimmen."

Wobei es schon gute Schwimmer braucht: In dieser Saison habe schon ein Mitarbeiter hingeschmissen, weil er für ihn zu anstrengend gewesen sei, eine Bahn zu schwimmen, erzählt Sternagel.

Taxi und Schwimmbad: Wie Alessandro Bagnoli seine beiden Traumjobs vereint

Alessandro Bagnoli schreckt das nötige Schwimmtalent nicht ab. Nach Feierabend springt er selber gerne ins kühle Nass. Bisher musste er auch noch niemanden retten: "Ich hoffe immer, dass die Leute vernünftig genug sind. Ansonsten muss ich sie auch mal ermahnen."

Anstrengende Tage liegen vor ihm: Er wird den ganzen Sommer lang im Durlacher Turmbergbad arbeiten, am liebsten im Schatten, wenn möglich. Neben der Badeaufsicht geht es für ihn auch darum, das Bad instand zu halten und für Sauberkeit zu sorgen.

Ein Mann spritzt die Duschen im Freibad in Karlsruhe ab
Auch das Putzen gehört bei dem Freibadjob dazu.

Im Winter lieber Taxi fahren

Das ganze Jahr über will er bewusst nicht im Schwimmbad arbeiten. Im Winter würde das nämlich Hallenbad bedeuten. "Dort ist es sehr warm und stickig. Da arbeite ich lieber im Sommer im Freien."

Im Winter wartet dann das Taxi auf ihn, seine zweite berufliche Leidenschaft: "Ich fahre gerne Auto, und dann noch einen Mercedes. Dafür bezahlt zu werden, finde ich klasse." Und so hat Alessandro Bagnoli einen Weg gefunden, seine beiden Lieblingsjobs miteinander zu vereinbaren.

Ein Mann vor seinem Taxi
Auch das Taxifahren will Alessandro Bagnoli nicht missen.

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