Seit Jahrzehnten wird über eine Entschlammung des Badesees Tiefer See in Maulbronn im Enzkreis diskutiert. Nun soll sie kommen. In Kombination mit einer Rundumsanierung des Badesees. Der Gemeinderat hat dem Vorhaben am Mittwoch zugestimmt.
See soll als Naherholungsgebiet erhalten bleiben
Die Stadtverwaltung sieht das Vorhaben als "zwingend notwendig" an, um den Badesee als Naherholungsgebiet langfristig zu erhalten. Besonders in den Sommermonaten verschlechtere sich die Wasserqualität zunehmend. Das Vorhaben sei wiederholt wegen hoher Kosten verschoben worden, so steht es in der Beschlussvorlage.
Demnach belaufen sich die Kosten der Sanierungsmaßnahmen auf knapp sechs Millionen Euro. 80 Prozent der Kosten seien aber über Fördermittel gedeckt. Auch der bestehende Kiosk und das Kassenhaus sollen Teil der Sanierung sein sowie die Renaturierung des Uferbereichs. Die Maßnahmen sollen in den nächsten zwei Jahren umgesetzt werden.
Sedimentschicht ist große Herausforderung
Wie die Stadtverwaltung in der Beschlussvorlage schreibt, müsse besonders auf den Umgang der tiefen Sedimentschichten geachtet werden, da sie mittelalterliche Ablagerungen enthalten. Untersuchungen hätten gezeigt, dass sich die Schlammdicke etwa alle 100 Jahre um etwa einen Meter erhöht.
Daher wurde in Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege eine Entschlammungstiefe von maximal drei Metern genehmigt, heißt es. Damit werde der Zeitraum der Renaissance erreicht und die mittelalterlichen Sedimente blieben verschont.
Badesee in Maulbronn wird gesperrt
Die Stadt geht davon aus, dass die Arbeiten etwa zwei bis zweieinhalb Jahre dauern werden. In dieser Zeit könne ein Bade- und Kioskbetrieb nicht "aufrechterhalten werden", heißt es in der Beschlussvorlage. Die Arbeiten an den Gebäuden und am See sollen parallel laufen. Ziel sei ein gemeinsamer Endtermin, an dem der See wieder eröffnet und der Öffentlichkeit übergeben werden kann.
Tiefe See wurde vermutlich von Mönchen angelegt
Der Tiefe See in Maulbronn wird seit 1898 als Badesee genutzt. Direkt beim Kloster Maulbronn gelegen, wurde er vermutlich in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts von Zisterziensermönchen angelegt. Der See wurde im vergangenen Sommer auch über die Region hinaus bekannt, weil innerhalb von zwei Wochen zwei Schwimmer ums Leben kamen.