Zum 20. UNESCO-Welterbetag gibt es in den insgesamt 54 Welterbestätten in Deutschland unter dem Motto "Vermitteln, verbinden, begeistern" Führungen, Musik und Mitmachaktionen. Die SchUM-Stätten bieten zum Beispiel freien Eintritt in die Museen und kostenlose Führungen an. In Speyer wird es ein Kinder- und Familienkonzert mit Klezmer-Musik geben.
Erstes jüdisches Welterbe in Deutschland
Die SchUM-Stätten gehören seit vier Jahren zum UNESCO-Welterbe. SchUM, das ist zusammengesetzt aus den mittelalterlichen hebräischen Namen für Speyer, Worms und Mainz. Gemeindezentren, Friedhöfe, Monumente - "SchUM sind tausend Jahre lebendige jüdische Geschichte in Deutschland und das erste jüdische Welterbe in Deutschland", sagt Birgit Kita im Gespräch mit SWR1 Sonntagmorgen. Sie ist Welterbe-Koordinatorin der SchuM-Stätten.
Es sei eine große Verpflichtung, Teil des UNESCO-Welterbes zu sein, so Birgit Kita. Die Gebäude müssten stetig saniert, gepflegt und klimasicher gemacht werden. "Aber es ist auch eine große Ehre, anerkannt zu werden als wichtiges Erbe für jeden Menschen auf der ganzen Welt", betont die Koordinatorin. Die SchUM-Stätten seien wichtig für den interkulturellen Dialog. Sowohl Touristen als auch Schulklassen könnten hier die jüdische Kultur kennenlernen und erfahren, was jüdische Kultur weltweit bedeutet.
Magnet für Kreuzfahrt-Passagiere
Im Speyerer Judenhof-Museum können Besucherinnen und Besucher rund zehn Meter unter der Erdoberfläche eine Mikwe anschauen, ein Tauchbad für die rituelle Reinigung der Juden. Es ist eine der größten Mikwen in Mitteleuropa und noch im Originalzustand erhalten.
Die Ernennung zum UNESCO-Welterbe habe das Judenhof-Museum international bekannt gemacht, berichtet Museumsführer Matthias Nowak. Vor allem Passagiere der Kreuzfahrtschiffe, die am Rheinufer in Speyer anlegen, besuchten das Museum. Die überwiegende Zahl seien Amerikaner, viele davon mit jüdischen Wurzeln.
Klosterinsel Reichenau - lebendiges Weltkulturerbe
In Rheinland-Pfalz und in Baden-Württemberg liegen jeweils sieben UNESCO-Welterbestätten. Eine davon ist seit 25 Jahren die Klosterinsel Reichenau. Im Jahr 724 gründete ein Wanderbischof dort ein Benediktinerkloster, rund tausend Jahre später verließen die letzten Mönche die Insel. Seit 2001 leben wieder Benediktiner auf der Insel Reichenau.
Das religiöse Leben auf der Insel ist bis heute sehr lebendig. Die Mönche feiern jeden Tag Stundengebet, das für alle Inselbewohnerinnen und Touristen offen ist. Über das Jahr werden drei Inselfeiertage mit Prozessionen begangen. Zum Welterbe-Wochenende gibt es auf der Reichenau einen Klostermarkt mit regionalen Produkten und Führungen durch das Welterbe.
Kloster Maulbronn - Kinder im Mittelpunkt
Das Kloster Maulbronn, Weltkulturerbe seit 1993, feiert nicht nur den UNESCO-Welterbetag, sondern auch den Weltkindertag. Es gibt Konzerte, eine Hüpfburg, Torwandschießen, Kinderschminken und ein Karussell. Außerdem öffnet pünktlich zum 1. Juni ein neues Besuchsangebot für Kinder und Jugendliche. "Pssst…! Die junge Klosterwelt" ist eine interaktive Zeitreise ins Mittelalter.