Der Traum von 1.000 Wohnungen

Hoffnung für Greenville? – "Wichtiger Schritt" für Gröner-Wohnprojekt in Karlsruhe

Im Karlsruher Norden sollten 1.000 Wohnung entstehen. Versprochen wurden sie von einer der Firmen des angeschlagenen Immobilienunternehmers Christoph Gröner. Nun soll wieder Bewegung in das Vorhaben kommen.

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Von Autor/in Mathias Zurawski

Jahrelang hat sich auf dem Gelände neben dem Alten Flugplatz in Karlsruhe nichts getan. 1.000 Wohnungen in guter Lage und bester Qualität wurden von einer der Firmen des Immobilienunternehmers Christoph Gröner versprochen. Nach einer Umstrukturierung mit frischem Geld aus Österreich sollen nach Ostern wichtige Abrissarbeiten beginnen.

Alte Gebäude in Karlsruhe sollen abgerissen werden

Die alten, teilweise verfallenen Gebäude auf dem sogenannten C-Areal sollen verschwinden. In der Woche nach Ostermontag sollen die Arbeiten für den Abriss eines ehemaligen Supermarkts beginnen, heißt es in einer Mitteilung der Gröner-Firma CGRE AG. Entsprechende Bauunternehmen seien bereits beauftragt. Man habe sich mit der Stadt Karlsruhe auf eine zügige Umsetzung des Projekts geeinigt.

Die bisherigen Verzögerungen waren auf die aktuelle Wirtschaftskrise zurückzuführen, welche die Baubranche stark getroffen hat und auf Unternehmensseite finanzielle und strukturelle Neuordnungen notwendig machte.

Die Bauanträge könnten in den kommenden Monaten eingereicht werden, teilte das für die Projektentwicklung zuständige Unternehmen weiter mit. Die ersten Baugenehmigungen würden noch in diesem Jahr erwartet. Unmittelbar danach sei der Start der Bebauung vorgesehen. Ähnliche Ankündigungen gab es in der Vergangenheit allerdings mehrfach.

Die CGRE AG schreibt von 700 Wohnungen im bisherigen Gröner-Projekt Greenville. Ursprünglich waren auf dem Gelände Wohnungen für über 3.000 Menschen versprochen worden. Der Bund hatte das Areal 2014 an das Immobilienunternehmen GEM verkauft. Später übernahm die Gröner-Firma CG Elementum das Gelände.

Die Überreste eines Supermarkts auf dem C-Areal sollen verschwinden.
Die Überreste eines Supermarkts auf dem C-Areal sollen verschwinden.

Wohnprojekt bekommt Zuschuss aus Österreich

Die CGRE AG in ihrer jetzigen Funktion ist nach einer Reihe von Umstrukturierungen im Firmengeflecht des Immobilienunternehmers Gröner entstanden. Unter dem Dach der Aktiengesellschaft sollen besonders wertvolle Immobilienprojekte aus dem angeschlagenen Gröner-Imperium vor einer drohenden Insolvenz gerettet und umgesetzt werden. Unter anderem in Köln, Leipzig und mit Greenville auch in Karlsruhe.

Durch den Einstieg des Investors stehen die erforderlichen Mittel zur Verfügung, um nach Erteilung der Baugenehmigungen unmittelbar mit der Umsetzung zu beginnen.

Scheinbar finanziell abgesichert ist das Unternehmen durch eine Geldspritze aus Österreich. Laut einem Bericht des Manager-Magazins hat der österreichische Bau-Unternehmer Hans Peter Haselsteiner 30 Millionen Euro über eine seiner Gesellschaften in Gröners CGRE AG investiert. Vorstandssprecher der CGRE AG ist der ehemalige Kanzleramtsminister Ronald Pofalla.

Das C-Areal in der Karlsruher Nordstadt liegt seit Jahren brach.
Das C-Areal in der Karlsruher Nordstadt liegt seit Jahren brach.

Stadt Karlsruhe spricht von konstrutiver Zusammenarbeit

Gegenüber dem SWR bestätigte die Stadt Karlsruhe Gespräche mit dem Vorstand der CGRE AG. Nach Kenntnis der Stadt habe eine interne Umstrukturierung stattgefunden, über die man informiert sei. Die Stadt bestätigte, dass der Abriss des alten Supermarktgebäudes auf dem Gelände nach Ostern beginnen könne. Es habe dafür eine artenschutzrechtliche Vorprüfung des Gebäudes stattgefunden.

Die Zusammenarbeit gestaltet sich weiterhin sachlich und konstruktiv.

Bauanträge für das Projekt Greenville auf dem C-Areal lägen der Bauordnungsamt noch nicht vor, so die Stadt weiter.

Greenville Karlsruhe: Welche Rolle spielt Gröner noch?

Gegen mehrere von Christoph Gröners Firmen laufen seit Monaten Insolvenzverfahren. Es wird erwartet, dass Gröner selbst innerhalb der neuen Unternehmensstruktur bei der Umsetzung von Greenville keine zentrale Rolle mehr einnehmen wird. Diese Einschätzung wurde im Karlsruher Rathaus gegenüber dem SWR inoffiziell bestätigt.

Die Projektstruktur für Greenville in Karlsruhe sei seitens der CGRE AG neu aufgestellt worden, betonte das Unternehmen in der Mitteilung am Dienstag. Der Optimismus der Firma ist groß: Die Finanzierung sei so ausgelegt, dass die einzelnen Bauabschnitte verlässlich realisiert werden könnten.

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Mathias Zurawski
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