Weitere Sicherungsmaßnahmen nötig

Nach Zugunfall: Bahnstrecke bei Calw bleibt länger gesperrt als geplant

Nach der Kollision eines Regionalzuges mit einem Felsen bei Calw brauchen Pendlerinnen und Pendler zwischen Pforzheim und Wildberg mehr Geduld als geplant.

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Von Autor/in Tobias Zapp, Boris Bauer, Felix Zink

Nach dem Zugunfall bei Calw bleibt die Strecke zwischen Pforzheim und Wildberg (Kreis Calw) voraussichtlich noch bis zum zweiten Februar gesperrt. Eigentlich wollte die Bahn noch diese Woche wieder Züge auf der Strecke einsetzen. Grund für die Verzögerung sind weitere notwendige Sicherungsmaßnahmen am Felsen.

Geologen: Weiteres Gestein könnte abbrechen

Geologen im Auftrag der Bahn haben festgestellt, dass weiteres Gestein abbrechen könnte. Um das zu verhindern, werden Netze und Anker angebracht. Andere Abschnitte der Strecke seien laut Bahn aber sicher. Sie würden regelmäßig überprüft.

Der bereits eingerichtet Schienenersatzverkehr wird laut Bahn bis zum 2. Februar verlängert. Busse verkehren auf der Strecke im selben Takt, wie der Zug. Am Montagmorgen ist ein Regionalzug mit auf den Gleisen liegenden Felsbrocken kollidiert. Zunächst hatte der "Schwarzwälder Bote" berichtet.

Möglicher Auslöser: Frost und Wurzelwerk

Als möglicher Auslöser für die Felsbrocken auf den Gleisen spricht Marcus Frank von der Feuerwehr Calw unter anderem von Nachtfrost, der den Buntsandstein gelockert haben könnte. "Darüber hinaus ist der Felsbereich sehr stark bewachsen, sodass es auch infrage kommt, dass Wurzelwerke diesen Felsen gelockert haben", so Frank.

Der Bereich entlang der Bahnstrecke werde zudem regelmäßig kontrolliert. "Die Strecke hier wird regelmäßig begangen. [...] Es sind auch an verschiedenen Bereichen Sicherungsmaßnahmen durch Fangnetze aufgelegt", sagt Frank. Außerdem seien auch Sonden in den Fels eingebracht, um Bewegungen feststellen zu können. Die Sonden in dem betroffenen Fels hätten jedoch nicht angeschlagen.

Zug und Feuerwehrmänner auf den Bahngleisen bei Calw.
Feuerwehrmänner haben den Zug mit Muskelkraft aus dem Tunnel geschoben.

Zugunfall bei Calw: Niemand wurde verletzt

Nach Angaben der Deutschen Bahn befanden sich zum Zeitpunkt des Unfalls fünf Passagiere sowie der Zugführer in dem Zug. Verletzt wurde niemand. Nachdem der Rettungsdienst vor Ort Entwarnung gab, brachte die Feuerwehr die Passagiere zur nächsten Haltestelle nach Bad Teinach-Zavelstein (Kreis Calw), wo diese ihre Fahrt fortsetzen konnten.

Der Zug wurde laut Feuerwehr massiv beschädigt. Mehrere Feuerwehrleute haben ihn zur genaueren Untersuchung mit Muskelkraft aus dem Tunnel geschoben. Die Bahn muss jetzt laut Feuerwehr prüfen, ob weitere Sicherungsmaßnahmen am Hang notwendig sind.

Kulturbahn bei Calw: Felsen auf Gleise gestürzt

Der Unfall passierte rund 50 Meter vor dem Ortsausgang Calw am Montagmorgen. Der Zug ist mit etwa 100 Kilometer pro Stunde auf den etwa zwei mal drei Meter großen Felsbrocken geprallt, der dadurch weggeschleudert und zerschlagen wurde, so eine Sprecherin des Kreisfeuerwehrverbands Calw. Die Bahn kam schließlich 600 Meter weiter in einem Tunnel zum Stehen.

Felsbrocken an den Bahngleisen bei Calw.
Ein Zug ist am Montagmorgen bei Calw mit Felsbrocken kollidiert.

Bei dem Unfall war auch Hydrauliköl ausgelaufen. Da der Unfallort und vor allem der Tunnel ein Wasserschutzgebiet sind, wurde das Umweltamt hinzugerufen. Der Großteil des Öls sei von einer Wanne aufgefangen worden, die bereits am Zug angebracht war. Dadurch wurden laut Kreisfeuerwehrverband Calw die Quellfassungen in dem Wasserschutzgebiet nicht beeinträchtigt.

Zug abgeschleppt: Bahnstrecke bis Donnerstag gesperrt

Die Bahn konnte am Vormittag abgeschleppt werden. Nach Angaben der Deutschen Bahn wird die Sperrung bis voraussichtlich Donnerstag andauern. Demnach kommt es zu Verspätungen und Teilausfällen. Auf der Strecke ist ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Warum es zum Felssturz kam, ist noch unklar.

Die Kulturbahnlinie von Pforzheim über Horb nach Tübingen ist eine für Pendlerinnen und Pendler wichtige Strecke.

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