Es geht um den Verdacht des gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr: Zwei Tage nach dem Zusammenstoß eines Regionalzuges zwischen Friedrichshafen (Bodenseekreis) und Lindau mit einem leeren Bootsanhänger ermittelt die Bundespolizei. Wie es in einer Mitteilung am Montagvormittag heißt, lässt die Auswertung der Spuren darauf schließen, dass der Anhänger nicht ohne menschliches Zutun auf das Gleis geraten konnte. Vielmehr sei davon auszugehen, dass eine "erhebliche Anstrengung" nötig gewesen sei, um den Bootsanhänger eine Böschung hinab dorthin zu bringen.
Der leere Anhänger hatte am späten Samstagabend kurz nach 23 Uhr auf freier Strecke im Gewerbegebiet Friedrichshafen-Ost, fernab von einem Bahnübergang, auf den Gleisen gestanden. Das bestätigte die Sprecherin der Bundespolizei Konstanz, Bettina Stahl, am Sonntag auf SWR-Anfrage. Der Zugführer leitete bei einer Geschwindigkeit von etwa 110 Kilometern pro Stunde eine Notbremsung ein. Dennoch wurde der Bootsanhänger überrollt und mitgeschleift. Die Ermittlungen dauern an.
Feuerwehr evakuiert Zug nach Zusammenstoß
Die Feuerwehr evakuierte den Zug. Verletzt wurde niemand. Die 24 Fahrgäste wurden mit einem Bus weitertransportiert. Auf dem Anhänger hatte sich kein Boot befunden. Laut Bundespolizei war er zuletzt ordnungsgemäß abgestellt und gesichert gewesen. Er wurde von der Feuerwehr unter dem Zug hervorgezogen. Nach Abschluss der Unfallaufnahme sei der Zug noch in der Nacht nach Ulm in die Werkstatt weitergefahren.
An dem Einsatz waren neben Bundes- und Landespolizei auch Feuerwehr, Rettungsdienst und Bahnmitarbeiter beteiligt. Ein Hubschrauber der Bundespolizei wurde für Übersichtsaufnahmen eingesetzt. Zur Schadenshöhe machte die Bundespolizei zunächst keine Angaben. Die Bahnstrecke Friedrichshafen-Lindau blieb in der Nacht auf Sonntag vier Stunden gesperrt. Am Sonntag waren Einsatzkräfte erneut vor Ort, um weitere Spuren zu sichern.