Regionale Identität soll gestärkt werden

Kleinere Städte in BW wollen eigene Autokennzeichen

Nicht alle Städte haben eigene Autokennzeichen. 17 Bürgermeister aus Baden-Württemberg wollen das aber und wenden sich an das Verkehrsministerium. Welche Änderungen dafür nötig wären.

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Dutzende Bürgermeisterinnen und Bürgermeister aus mehreren Bundesländern haben bei der Landespolitik um Unterstützung für eigene Autokennzeichen geworben. Das geht aus gemeinsamen Briefen an die jeweils zuständigen Ministerien in Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen und Hessen hervor.

Unterzeichnet sind diese insgesamt von mehr als 70 Rathauschefs. In Baden-Württemberg wollen folgende Städte eigene Kennzeichen: Weingarten (Kreis Ravensburg), Albstadt (Zollernalbkreis), Bad Krozingen (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald), Ellwangen (Ostalbkreis), Ettlingen (Kreis Karlsruhe), Fellbach (Rems-Murr-Kreis), Geislingen an der Steige (Kreis Göppingen), Giengen an der Brenz (Kreis Heidenheim), Herrenberg (Kreis Böblingen), Kirchheim unter Teck (Kreis Esslingen), Leutkirch (Kreis Ravensburg), Nagold (Kreis Calw), Rheinstetten (Kreis Karlsruhe), Schorndorf und Winnenden (beide Rems-Murr-Kreis), Schramberg (Kreis Rottweil) und Waldkirch (Kreis Emmendingen).

Regionale Identität soll durch eigene Kennzeichen gestärkt werden

"Wir sehen in der Idee eine wertvolle Möglichkeit, die regionale Identität unserer Kommunen zu stärken und das Stadtmarketing zu fördern, ohne dass Kosten entstehen", hieß es etwa im Schreiben von 17 Oberbürgermeisterinnen und Oberbürgermeistern aus Baden-Württemberg an Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne). Kommunale Kennzeichen könnten ein wirkungsvolles Mittel sein, um die Orte sichtbar zu machen und das Zugehörigkeitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger zu fördern. Die Briefe gehen auf einen Vorschlag aus dem vergangenen Jahr zurück.

Ralf Bochert, Professor für VWL und Destinationsmanagement an der Hochschule Heilbronn, hatte vorgeschlagen, dass 320 Städte in Deutschland eigene Kfz-Ortskennungen bekommen könnten. Der Vorschlag bezog sich auf Mittelstädte mit mehr als 20.000 Einwohnerinnen und Einwohnern, die bislang keine eigenen Ortskennungen haben. Laut Bochert streben aktuell über 100 Städte bundesweit eigene Kennzeichen an.

Welche Änderungen dafür nötig wären

Ein Land müsse zunächst beim Bundesverkehrsministerium eine Änderung der Fahrzeugzulassungsverordnung beantragen, sagte Bochert im Herbst vergangenen Jahres. Diese müsse im weiteren Verlauf durch den Bundesrat. Im Falle eines Erfolgs sei dann das bislang übliche Verfahren nötig - wie bei der Wiedereinführung von Alt-Kennzeichen. 

Ein Beispiel: "Das Land Baden-Württemberg beantragt für den Bezirk Böblingen zusätzlich SFI und HBG für Sindelfingen und Herrenberg. Dann wird geprüft: Gibt es diese Kennzeichen schon oder sind sie sittenwidrig?", sagte Bochert. Wenn das nicht der Fall sei, würden die neuen Kennungen im Bundesanzeiger veröffentlicht und könnten im Anschluss ausgegeben werden.

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SWR

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