Interaktive Karte mit 700 Milliarden Daten

Klimaatlas BW: So verändert sich das Klima im Land

Mit Daten aus den letzten Jahrzehnten veranschaulicht der Klimaatlas die Veränderungen des Klimas in Baden-Württemberg. Das soll auch bei der Städteplanung helfen.

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Von Autor/in Hanna Autenrieth

Das baden-württembergische Umweltministerium und die Landesanstalt für Umwelt (LUBW) haben am Mittwoch den sogenannten Klimaatlas vorgestellt. Bürgerinnen und Bürger sowie Stadtplaner können dabei in einem Online-Portal mit interaktiven Karten nachsehen, wie sich das Klima in ihrer jeweiligen Stadt verändert hat und voraussichtlich verändern wird.

Klimaatlas: Wichtiges Tool für die Stadtplanung

Auf einer der Karten lässt sich mit Blick in die Vergangenheit die Zahl der Tropennächte, die Starkregenmenge, Trockenperioden oder auch Kaltluftströme der letzten sieben Jahre nachverfolgen. Eine weitere interaktive Karte gibt einen Überblick über die voraussichtlichen Entwicklungen in den nächsten Jahrzehnten. Neben den Landkarten umfasst der Klimaatlas auch Daten und Informationen zu den Auswirkungen des Klimawandels in Baden-Württemberg.

Die Veranschaulichung helfe, den Wandel besser verstehen und einschätzen zu können und ermögliche so eine bessere und zielgerechtere Vorsorge, sagt Umweltministerin Thekla Walker (Grüne). Deshalb sei er auch für Stadtplannerinnen und Stadtplaner von großer Bedeutung.

Über 700 Milliarden Datenpunkte ausgewertet

Seit Mittwoch können sich Gemeinden und Landkreise die Klimadaten zu ihrer Region veranschaulichen lassen und herunterladen. "Allein für die Analyse des Klimas der vergangenen sieben Jahrzehnte wurden über 700 Milliarden Datenpunkte ausgewertet. Das entspricht einer täglichen Verarbeitung der Daten von bis zu 2000 Stationen des Deutschen Wetterdienstes", erklärt Ulrich Maurer, Präsident der LUBW.

Klimawandel in BW: Besonders Rheingraben und große Städte gefährdet

Der Klimaatlas zeige auf, wo Baden-Württemberg besonders "verletzlich" sei und dringend Handlungsbedarf bestehe, sagte Johannes Enssle, Vorsitzender des Naturschutzbundes Baden-Württtemberg (NABU). Das sei bezogen auf das Thema Hitze vor allem der Rheingraben sowie die Metropolen Mannheim, Karlsruhe, Freiburg und Stuttgart. Hier heize es sich in Hitzeperioden, die durch den Klimawandel zunehmen, besonderes auf. Aber auch entlang von Bächen und Flüssen seien Städte bedroht, wenn die Pegel der Gewässer schlagartig ansteigen.

Beim Blick auf die voraussichtliche Entwicklung des Klimas könnten laut Klimaatlas die mittleren Temperaturen in Baden-Württemberg bis 2050 um bis zu 1,6 Grad steigen, bis zum Zeitraum 2070 bis 2100 sogar um bis zu 4,3 Grad. Der NABU fordert die Kommunen auf, die Daten als Handlungsbasis zu nutzen und entsprechende Maßnahmen zum Klimaschutz durchzuführen.

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Hanna Autenrieth
SWR-Redakteurin Hanna Autenrieth.