Ministerium will Sanierungsplan vorlegen

Nach Einsturz der Dresdner Carola-Brücke: BW entdeckt weitere gefährdete Brücken

Nach neuen Prüfungen stuft das Land weitere Brücken als anfällig ein. Die Suche nach gefährdeten Bauwerken gestaltet sich allerdings nicht ganz einfach.

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Seit dem teilweisen Einsturz der Dresdner Carolabrücke haben die Behörden in Baden-Württemberg Brücken ähnlicher Bauart verschärft im Blick. Bislang ging das Land davon aus, dass 73 Brücken mit anfälligem Spannstahl ersetzt werden müssen - nun haben die Behörden weitere gefährdete Brücken entdeckt. 

90 weitere Brücken in BW müssen saniert werden

"Weitere detaillierte Prüfungen haben ergeben, dass es sich um rund 90 Bauwerke handelt", sagte Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. Betroffen sind laut Ministerium kleinere Brücken.

So hat die SWR-Sendung "Zur Sache Baden-Württemberg" Anfang des Jahres über die Sanierung der Infrastruktur berichtet:

Ende vergangenen Jahres hatte Hermann nach dem Teil-Einsturz der Brücke in Dresden angekündigt, dass Brücken ähnlicher Bauart in Baden-Württemberg bis 2030 ersetzt werden sollen. Man wolle jetzt in Kürze einen Umsetzungsplan für die Sanierung und den Ersatz der betroffenen Brücken bis 2030 und danach vorlegen, teilte das Ministerium auf Nachfrage mit.

Vor allem Spannbetonbrücken mit Spannstahl gefährdet

Am 11. September 2024 war ein etwa 100 Meter langes Teilstück der Carolabrücke mitten in der Nacht in die Elbe gestürzt. Auf der Brücke, die eine der wichtigsten Verkehrsadern Dresdens ist, war zu dieser Zeit niemand unterwegs. Als Ursache ergaben Untersuchungen Korrosion. 

Nach Angaben des Verkehrsministeriums kann dieses Problem bei Spannbetonbrücken mit Spannstahl auftreten, der bis in die 1970er Jahre verbaut wurde. Wenn dieser korrodiert, kann eine Brücke einstürzen, ohne dass es vorher sichtbare Schäden gab. 

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Kommen weitere Brücken auf die Liste?

Ob mit den nun 90 Brücken alle gefährdeten Bauwerke identifiziert worden sind, ist noch nicht klar. "Die Zahl kann sich auch weiterhin erhöhen, wenn weitere teils über 50 Jahre alten Archivunterlagen Hinweise auf problematisches Material liefern", sagte Hermann. 

Die Suche ist laut Hermann kompliziert, weil das Risiko für ein Versagen des Bauwerks nicht so sehr in der Bauweise, sondern im damals verwendeten Material zu finden sei. Deshalb sei es gerade bei kleineren Brücken oft nicht einfach, nach so langer Zeit belastbare Unterlagen zu finden, so der Minister.

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SWR

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