Eigentlich hatten die Archäologen bei Mannheim-Sandhofen auf einer Baustelle nach Spuren aus dem Mittelalter gesucht – gefunden haben sie Hinweise auf eine viel ältere Vergangenheit. In einem alten Rheinlauf entdeckten die Wissenschaftler bei einer Baubegleitung Keramikscherben, Tierknochen, gebrannten Hüttenlehm und Reste von Wohnbauten. Die Objekte sind laut dem Mannheimer Archäologen Klaus Wirth zwischen 2.700 und 2.800 Jahre alt und stammen aus der frühen Eisenzeit.
Hinweise auf eine Siedlung in Mannheim
Der Archäologe Klaus Wirth geht davon aus, dass vor rund 3.000 Jahren eine Siedlung in der Nähe des Fundorts lag. Bei den Funden handle es sich um Abfälle, die Bewohner in das ehemalige Gewässer geworfen haben. Laut dem Archäologen haben sie also den "Müllplatz" dieser Siedlung entdeckt. Bisher habe es dort nur wenige Funde aus der Eisenzeit gegeben, so der Archäologe weiter.
Eigentlich waren wir auf der Suche nach dem Mittelalter. Das haben wir auch gefunden, aber mit vorgeschichtlichen Sachen aus der Eisenzeit haben wir nicht gerechnet.
Funde werden von Ehrenamtlichen der Reiss-Engelhorn-Museen gereinigt
Nach den Grabungen sind die Funde in die Abteilung für Archäologische Denkmalpflege der Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim gebracht worden. Dort wurden die Objekte von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erstmal gewaschen und gereinigt. Laut Klaus Wirth ist vorgeschichtliche Keramik sehr weich gebrannt und kann deshalb leicht zerbrechen. Beim Waschen müsse man deshalb sehr vorsichtig sein und dürfe nur weiche Schwämme, oder sehr weiche Bürsten benutzen.