Robin Gunningham - dass sich hinter diesem Namen der weltbekannte Street Art-Künstler Banksy verbirgt, war Insidern offenbar schon länger bekannt. Dass er seinen Namen 2008 aber in David Jones änderte, das wollen Journalisten der Agentur Reuters jetzt herausgefunden haben. Das Geheimnis um die Identität des Künstlers sei damit gelüftet. Der Heidelberger Banksy-Experte Ulrich Blanché vom Institut für Europäische Kunstgeschichte war als Faktenchecker an der Recherche beteiligt und ordnet die jüngsten Entwicklungen im SWR Interview ein.
Banksys Namen: Von Robin Cunningham zu David Jones?
"Das ist eine ambivalente Geschichte", sagt Blanché zu den jüngsten Enthüllungen. Mit der eigentlichen Enthüllung des Klarnamens von Banksy habe er nichts zu tun. Vor einem Jahr habe ihn das Journalisten-Team als Experten angefragt und gebeten, Informationen zu prüfen. Dass Banksy in Wahrheit Robin Gunningham hieß, sei schon seit über 20 Jahren unstrittig, so Blanché. Tatsächlich neu an den Reuters-Recherchen sei die Namensänderung in David Jones. Zumindest in den vergangenen 15 Jahren habe Banksy diesen Namen verwendet.
Heidelberger Experte: Banksy trotz Enttarnung nicht greifbar
Ist Banksy damit aber tatsächlich enttarnt? Noch sei der Künstler ja nicht greifbar, auch wenn man nicht ausschließen könne, dass jemand tatsächlich herausfindet, wo und wie er lebt und ihm "das Leben zur Hölle macht". Leicht werde das nicht, denn allein 2017 gab es in England rund 6.000 Menschen mit diesem Namen.
In den Gesprächen, die die Journalisten mit Blanché führten, sei es weniger um die Person Banksy gegangen als um dessen Werk. Er prüfte Fakten und nannte Quellen, um die Recherche-Ergebnisse einzuordnen. Und wie geht es mit dem Künstler Banksy nun weiter?
Ich denke, dass er erstmal sauer ist, aber dass er dann was Lustiges daraus macht.
Heidelberger Forscher Blanché: Banksy wird künstlerisch reagieren
Das große Interesse an ihm werde bleiben, sagt Blanché. Vielleicht habe er seinen Namen ja bereits erneut geändert, oder tut das jetzt. Auch neue Werke werde es wohl geben, ohne dass der Künstler selbst in der Öffentlichkeit auftreten wird, einfach weil er das nicht möchte. Andererseits sei es denkbar, dass Banksy nun zum Beispiel vor Gericht auftreten könnte, etwa um Rechtsstreitigkeiten mit Nachahmern zu klären, wenn auch unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Vermutlich, so der Heidelberger Experte, wird Banksy die neuesten Entwicklungen selbst zum Thema eines seiner nächsten Werke machen.