Nach dem Großbrand in einem Recyclingbetrieb im Mannheimer Industriehafen ist das Feuer gelöscht. Das hat die Feuerwehr am Freitagabend mitgeteilt. Die Polizei sagte dem SWR am Samstagmorgen, dass der Einsatz abgeschlossen ist. In der Nacht wurde die Fläche noch kontrolliert, da nicht ausgeschlossen werden konnte, dass sich Glutnester entwickeln.
Großeinsatz der Feuerwehr in Mannheim
Am frühen Freitagmorgen war ein etwa zehn Meter hoher Haufen mit Mischschrott in Brand geraten. Über dem Brandort war stundenlang eine dunkle Rauchsäule am Himmel zu sehen. Die Feuerwehr war zu Spitzenzeiten mit rund 100 Einsatzkräften vor Ort - unter anderem mit einem Löschboot. Unterstützt wurden die Retter von Mitarbeitern der betroffenen Firma. Verletzt wurde laut Stadt niemand. Die Brandursache sei noch unbekannt. Es bestand keine Gefahr für die Bevölkerung, sagte Mannheims Sicherheitsdezernent Volker Proffen (CDU).
Es ist ein relativ großer Brand. Wir haben alle verfügbaren Kräfte im Einsatz.
Messungen wegen starker Rauchentwicklung, Geruchsbelästigung in Frankfurt
Bis in den Freitagnachmittag hat die Feuerwehr Messungen im Mannheimer Norden durchgeführt. Dabei habe man zu keiner Zeit gesundheitsgefährdende Schadstoffe in der Luft feststellen können, so die Feuerwehr. Anwohner sollten Fenster und Türen geschlossen halten sowie Lüftungs- und Klimaanlagen abschalten. Wegen des Großbrandes kam es auch in Frankfurt am Main zu einer Geruchsbelästigung.
Wegen der Rauch- und Geruchsbelästigung blieben der Recyclinghof in der Max-Born-Straße, die Deponie in der Diffenéstraße sowie der ABG-Kompostplatz in der Ölhafenstraße am Freitag laut Stadt geschlossen.
Wegen Großbrand: Müllabfuhr verzögert sich
Die Stadt Mannheim hat die Bürger aufgefordert, zur Abholung bereitgestellte Mülltonnen über das Wochenende wieder auf ihr Grundstück zu stellen. Wegen des Großbrandes sei die Müll-Annahme auf der Verbrennungsanlage teilweise nicht möglich gewesen. Laut Stadt blieben zudem einige Einrichtungen auf der Friesenheimer Insel - dort wo das Feuer ausgebrochen war - wegen der Rauch- und Geruchsbelästigung geschlossen. Die Stadt will, so hieß es weiter, die Rückstände beim Müll schnellstmöglich wieder aufarbeiten. Am Dienstag teilte die Stadt mit, man sei immer noch dabei, die Rückstände bei Restmüll, Bio und Papier aufzuholen. In einigen der betroffenen Stadtteilen würden die Leerungen bereits wieder regulär laufen, andere sollen bis Ende der Woche folgen.
Dritter Brand in Recyclingfirma innerhalb von vier Wochen
In den vergangenen vier Wochen hatte es bereits in zwei anderen Mannheimer Recyclingfirmen gebrannt: Anfang Juli gab es einen Großbrand auf der Friesenheimer Insel mit einer weithin sichtbaren Rauchwolke. Und vor etwa zwei Wochen war eine Firma in Mannheim-Rheinau betroffen. Im ersten Fall war von platzenden Spraydosen als mögliche Brandursache die Rede und im zweiten Fall von Akkus.
Zu den genauen Brandursachen gibt es bisher keine genauen Informationen. Für diese Brandermittlungen ist die Wasserschutzpolizei zuständig. "Wir haben bei manchen Bränden den Verdacht, dass statt Metallteilen auch Akkus in den Müllhaufen sind", sagte Wilko Klisch, Stationsleiter der Wasserschutzpolizei Mannheim. Diese Akkus könne man "nicht einfach so rausfischen", so Klisch weiter. Wenn das Feuer über viele Stunden mit hohen Temperaturen wütet, habe man "schlichtweg keine Spuren" mehr.
Man kann vielleicht noch erkennen, wo der Brand ausgebrochen ist, aber man findet an der Stelle einfach nichts mehr.
Brände in Mannheimer Recyclingfirmen - Feuerwehr klärt auf
Die Feuerwehr setze vermehrt darauf, Bürgerinnen und Bürger über die richtige Entsorgung aufzuklären - etwa von Elektroschrott oder Lachgas. Und auf vorbeugenden Brandschutz bei den Recyclingunternehmen, teilte Maximilian Schneeganß von der Mannheimer Feuerwehr dem SWR mit. "Wir sind mit den Unternehmen im Austausch. Wir sehen, dass sich die Unternehmen mit Löschgeräten, mit Abständen, mit gegebenenfalls Abtrennungen von verschiedenen Haufen auf die neue Situation einstellen", so Schneeganß weiter.