8.000 Betriebe im Rhein-Neckar-Kreis verarbeiten, verkaufen oder transportieren Lebensmittel. Ein Viertel von ihnen wurde im vergangenen Jahr von Lebensmittelkontrolleuren auf die Einhaltung von Hygienevorschriften überprüft. Dabei wurden über 500 Mängel festgestellt. Schwerwiegende Verstöße sind allerdings nur bei einem Bruchteil der Betriebe entdeckt worden: 30 Bußgelder wurden auferlegt und elf Strafverfahren eingeleitet.
Hohes Niveau, erschreckende Einzelfälle
Laut Stefan Kaiser sprechen die Zahlen für ein hohes Hygieneniveau. Kaiser ist zuständiger Referatsleiter des Rhein-Neckar-Kreises und für die Lebensmittelüberwachung zuständig. Insgesamt 16 Kontrolleure führen die Überprüfungen durch - darunter zum Beispiel Metzger oder Braumeister mit einer Zusatzausbildung. Trotz einiger spektakulärer Einzelfälle sei eher ein positiver Trend bei der Einhaltung von Hygieneregeln zu spüren, so der Referatsleiter.
Einer dieser Fälle sei zum Beispiel ein LKW, in dem mehrere Tonnen Kalbfleisch zwischen Autoreifen und Sperrmüll entdeckt wurden. Das Fahrzeug sei auf dem Weg nach Südosteuropa gewesen und ist im Rhein-Neckar-Kreis kontrolliert worden. Die Polizei hatte die Behörde nach einem Unfall darauf aufmerksam gemacht.
Fachkräftemangel wirkt sich auf Hygiene aus
Eine weitere Beobachtung der Behörde: Der Fachkräftemangel in der Branche würde sich auf die Hygienezustände in regionalen Betrieben auswirken. Zum einen negativ, weil zu wenig Personal oft zu Überforderung im Umgang mit Lebensmitteln führe. Zum anderen positiv, weil einige Betriebe deswegen Aufgaben an professionelle Fachfirmen übergeben.
Trotz der Entdeckung von schweren Mängeln musste 2025 kein Betrieb im Rhein-Neckar-Kreis dauerhaft schließen - 16 Gewerbe allerdings vorübergehend. In solchen Fällen darf ein Restaurant oder ein Erzeuger erst wieder weiterarbeiten, wenn auf die Beanstandungen reagiert wurde.