Die baden-württembergische Landesregierung lehnt eine Finanzhilfe für eine Rückkehr der Formel 1 an den Hockenheimring ab. Das geht aus einer am Montag veröffentlichten Antwort des Wirtschaftsministeriums auf eine kleine Anfrage des Landtagsabgeordneten Daniel Born (fraktionslos) hervor. Die Landesregierung würde eine Rückkehr der Formel 1 zwar begrüßen, man werde aber keine finanzielle Unterstützung leisten. Denn seit 2024 befindet sich die Hockenheim-Ring GmbH zu knapp 75 Prozent in der Hand privater Investoren. Damit sei die Stadt Hockenheim (Rhein-Neckar-Kreis) nicht mehr Mehrheitseigentümerin des Hockenheimrings. Das Land sehe daher die Entscheidung über ein F1-Comeback vorrangig in der unternehmerischen Verantwortung der Betreiber der Rennstrecke.
Hockenheimer Oberbürgermeister zeigt sich gelassen
Der Oberbürgermeister von Hockenheim, Marcus Zeitler (CDU), zeigt sich gelassen auf die Frage, ob diese Nachricht das Aus für ein Comeback bedeuten könnte: "Das Land hat sich in den letzten 20 Jahren nie an einem Rennen beteiligt. Wir werden genauso weitermachen wie bisher mit dem Kurs, den wir eingeschlagen haben. Wenn die Formel 1 kommt, ist sie bei uns immer herzlich willkommen - mit oder ohne Beteiligung des Landes", sagt Zeitler dem SWR.
Kostenpunkt: Die hohen Startgebühren
Ein wichtiger Kritikpunkt an einer Rückkehr der Königsklasse des Rennsports bleiben die hohen Ausgaben für zusätzliche Verkehrsinfrastruktur und Sicherheit, aber auch die enormen Teilnahmegebühren an die Formel 1- Veranstalter, teilte das Wirtschaftsministerium mit. Die höchste Automobilrennklasse der Welt verlangt allein für die Teilnahme eine Summe zwischen 20 bis 30 Millionen Euro. Die Investoren prüfen noch, ob sie das Geld aufbringen können und wollen.
Formel 1 kurbelt Tourismus an
Der Hockenheimring gilt als eine Traditionsstrecke. Sie war schon in den 1950er Jahren mit dabei, also den ersten Jahren der Formel 1. Das letzte Mal stand der Hockenheimring 2019 im Rennkalender der F1. Es ist kein Geheimnis, dass sich die Verantwortlichen und Fans ein Comeback wünschen. Auch für die Region würde das einen Tourismus-Boom bedeuten, sagt der Hockenheimer Oberbürgermeister Zeitler. Man sehe es ständig bei anderen Events wie dem Glücksgefühle-Festival oder der DTM am Hockenheimring. "Wenn hier ein Formel 1-Wochenende ist, dann guckt die ganze Welt auf Baden-Württemberg, auf den Rhein-Neckar-Kreis und auf Hockenheim. Davon profitiert eine ganze Metropolregion. Hotels, Gastronomie, Unternehmen, Getränkelieferanten, Tankstellen, Supermärkte, Apotheken - alles was an Infrastruktur in einer Kommune vorhanden ist, wird hier drei bis vier Tage komplett genutzt."
Land begrüße eine Rückkehr der Formel 1
Das räumt auch die Landesregierung ein. Sie ist sich laut Mitteilung über die Strahlkraft der Formel 1 bewusst und bereit auf anderen Wegen Unterstützung zu leisten. Zum Beispiel bei der Klärung von etwaigen Rahmenbedingungen wie in den Bereichen Sicherheit und Verkehr, heißt es auf Anfrage des SWR.