Der Mannheimer Drogenverein plant eine Ausstellung, die ab Samstag, 26. Juli, auf dem Gelände der Freizeitfläche "ALTER" am Alten Messplatz in Mannheim zu sehen ist. Ausgestellt werden großformatige Porträts von gestorbenen Drogenabhängigen aus Mannheim.
Ergänzt wird die Ausstellung durch Fotos aus einem Kölner Szeneprojekt, die von Abhängigen selbst mit Einwegkameras aufgenommen wurden. Diese Bilder sollen einen authentischen Einblick in die Lebensrealität der Betroffenen geben und Vorurteile abbauen.
Zahlen stiegen in Baden-Württemberg
Der 21. Juli ist seit über 20 Jahren in Deutschland als Gedenktag für Menschen etabliert, die durch oder an den Folgen von Drogenkonsum gestorben sind. Das waren in Baden-Württemberg 2024 deutlich mehr als noch im Vorjahr, zeigen Zahlen des Innenministeriums. Die Zahl stieg von 141 im Jahr 2023 auf 195 im Jahr 2024. Das ist der höchste Stand seit 20 Jahren.
Besonders betroffen sind Städte wie Stuttgart und Mannheim, sowie der Rhein-Neckar-Kreis. Bei der Gedenkfeier des Drogenvereins Mannheim hatten Hinterbliebene und Angehörige am Montag die Möglichkeit, sich gemeinsam an die Verstorbenen zu erinnern, zu trauern und sich auszutauschen.
Neue psychoaktive Substanzen als Gefahr
Besonders auffällig ist die Zunahme von Todesfällen durch synthetische Drogen und Mischkonsum. Neuartige psychoaktive Substanzen werden im Labor hergestellt und sind oft legal im Internet erhältlich. Diese Stoffe, die chemisch so verändert sind, dass sie nicht unter bestehende Verbote fallen, führten 2024 zu 26 Todesfällen in Baden-Württemberg – eine drastische Steigerung im Vergleich zu nur zwei Fällen im Jahr zuvor. Philip Gerber vom Drogenverein Mannheim befürchtet einen weiteren Anstieg von Drogentoten in den kommenden Jahren.
Die aufgrund der Globalisierung bestehende hohe Verfügbarkeit gerade an synthetischen Substanzen beunruhigt mich.
Noch mehr Drogentote befürchtet
Um der steigenden Zahl an Drogentoten entgegenzuwirken, fordert die Landesstelle für Suchtfragen (LSS) Baden-Württemberg die Einführung von "Drug Checking". Das Angebot soll es Konsumenten ermöglichen, ihre Substanzen auf gefährliche Inhaltsstoffe, Streckmittel und Dosierungen testen zu lassen, und so Vergiftungen oder Überdosierungen zu vermeiden.
Drug Checking ist kein Freifahrtschein für Drogenkonsum.
Vielmehr soll es eine Brücke zu Beratungsangeboten schlagen. "Wenn jemand sein Ecstasy testen lässt, ist ein Beratungsgespräch verpflichtend Teil des Angebots", erklärt Volz.