Nach einem schweren Verkehrsunfall in der Heidelberger Innenstadt kritisieren mehrere Vereine fehlende Sicherheitsmaßnahmen an der Unfallstelle. Am Dienstagnachmittag war eine 64-jährige Fahrradfahrerin von einem Lkw erfasst und schwer verletzt worden
Unfall mit Lkw - Radfahrerin wurde mitgeschleift
Ein 48 Jahre alte Lkw-Fahrer hatte die 64-Jährige offenbar beim Abbiegen von der Theodor-Heuss-Brücke in Richtung Bismarckplatz übersehen. Die Radfahrerin stürzte nach dem Zusammenprall, geriet unter den Auflieger und wurde mehrere Meter mitgeschleift. Die Ermittlungen zur genauen Unfallursache dauern an. Die Polizei sucht nach Zeugen, die den Unfall beobachtet haben.
Unfallstelle in Heidelberg - Vereine äußern Kritik
Die Unfallstelle ist bei vielen Heidelberger Radfahrern bekannt. Es komme immer wieder dazu, dass Autos und Lkw, die rechts abbiegen, dem Radweg kaum Beachtung schenken. Deshalb fühlen sich Radfahrer an dieser Stelle permanent gefährdet, so Max Kraus von dem Verein Radentscheid Heidelberg.
Das ist ein bekannter Unfallschwerpunkt.
Polizei spricht einer "Häufungsstelle"
Wie die Polizei auf SWR-Anfrage mitteilte, handelt es sich bei der Unfallstelle um eine bekannte Gefahrenstelle. Zwischen 2020 bis 2023 kam es an dieser Stelle zu insgesamt 17 Unfällen, in elf Fällen waren Radfahrer beteiligt. Aktuellere Zahlen liegen demnach noch nicht vor.
Polizei und Stadt Heidelberg stimmen sich derzeit ab, welche baulichen Maßnahmen die Sicherheit erhöhen könnten. Nach Ansicht vom Verkehrsclub Deutschland (VCD), dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) und dem Verein Radentscheid Heidelberg sind Schutzmaßnahmen schon lange überfällig. Viele Radfahrer hätten ein mulmiges Gefühl. Einige Eltern weisen zum Beispiel ihre Kinder darauf hin, an dieser Stelle abzusteigen und das Rad zu schieben, sagt Max Kraus.