Temperaturen von bis zu 40 Grad oder sogar darüber - das birgt für viele Menschen gesundheitliche Gefahren. Tatsächlich werden aktuell in den Notaufnahmen der Krankenhäuser in der Region mehr Menschen als sonst aufgrund der Hitze behandelt. Im Uniklinikum Heidelberg sind in dieser Woche rund 20 Personen in die Notaufnahme eingeliefert worden. Sie litten laut dem Krankenhaus vor allem an den Folgen der aktuellen Hitzewelle. Das ärztliche Personal behandelte demnach vor allem Patienten mit Kollaps, Ohnmacht oder Flüssigkeitsmangel mit Nierenversagen.
Gesundheitliche Probleme durch hohe Temperaturen
Die Neckar-Odenwald-Kliniken in Mosbach und Buchen (Neckar-Odenwald-Kreis) meldeten dem SWR, dass dort täglich zehn bis 15 Personen mehr als sonst in die Notaufnahmen gebracht würden. Grund seien die auch im Odenwald gerade sehr hohen Temperaturen und die gesundheitlichen Probleme, die dadurch entstehen können. Das Mannheimer Uniklinikum meldete dagegen aktuell nur wenige Fälle, die direkt auf die Hitze zurückzuführen sind.
Schutz vor Hitze: Wie regeln das die Krankenhäuser?
Abgesehen von den Hitze-Patientinnen und -Patienten in den Notaufnahmen spielt das Thema Hitze und vor allem der Hitzeschutz in diesen Tagen eine große Rolle in den Krankenhäusern rund um Mannheim, Heidelberg und im Neckar-Odenwald-Kreis. Viele Häuser, wie zum Beispiel die GRN-Kliniken im Rhein-Neckar-Kreis, handeln nach einem Hitzeschutzkonzept. Auf allen Stationen, so eine GRN-Sprecherin, hingen zum Beispiel "wichtige Verhaltensmaßnahmen wie ausreichendes Trinken und richtiges Lüften" (vor allem nachts oder frühmorgens) aus.
Patienten sollen viel trinken - Trinkpausen auch fürs Personal
Auch am Uniklinikum Heidelberg hält das Personal die Patientinnen und Patienten auf den Stationen "verstärkt zum Trinken an". Pflegekräfte könnten zudem beispielsweise bei Bedarf auch zusätzliche Infusionen geben. Auch das Krankenhauspersonal wird in den einzelnen Häusern natürlich mit ausreichend Trinkwasser versorgt, es gibt zudem regelmäßige Trinkpausen. Vor allem für Mitarbeitende, die in besonders aufgeheizten Bereichen arbeiten.
Klima-Anlagen nur in sensiblen Krankenhausbereichen
Nur wenige Räume in den Krankenhäusern sind klimatisiert. Die Klima-Anlagen laufen lediglich in besonders sensiblen Bereichen, wie Operationssälen, Intensiv- und Überwachungsstationen. In den Patientenzimmern auf den Stationen muss man sich dagegen anders behelfen. Zum Beispiel mit Ventilatoren und tagsüber geschlossenen Vorhängen an den Fenstern.
Das Uniklinikum Heidelberg hat eigenen Angaben zufolge eine "aktive Gebäudekühlung über eine sogenannte Betonkernaktivierung. Zusammen mit Lüftungsanlagen und Gebäudedämmung" geht man dort also mit mehreren Maßnahmen gegen die Hitze in den Stationszimmern vor. Das Pflegepersonal biete hitzegeplagten Patienten in deren Zimmern außerdem "kühlende ätherische Öle an oder stellt feuchte Frotteetücher zur Verfügung".
Marburger Bund sieht großen Nachholbedarf
Beim Thema Hitzeschutz in Krankenhäusern sieht der Ärzteverband Marburger Bund großen Nachholbedarf. Die Verbandsspitze forderte Politik, Architekten und auch Klinikketten dazu auf, mit dem Klimawandel zunehmende Hitzewellen stärker bei der Planung von Gebäuden zu berücksichtigen. "Wir bräuchten natürlich im Wesentlichen Raumlufttechnik und dort, wo Patientinnen und Patienten sind, doch mal mindestens eine Außenbeschattung der Fenster", sagte die Vorsitzende des Marburger Bunds, Susanne Johna, im ZDF-Morgenmagazin.