Umbau-Start ab Mai?

Heidelberg: Was im ehemaligen Kaufhofgebäude am Bismarckplatz geplant ist

Der Ex-Kaufhof am Heidelberger Bismarckplatz hat einen neuen Eigentümer. Ab Montag wird der Zustand des Gebäudes geprüft. Es soll bald wieder Einzelhandel einziehen.

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Von Autor/in Martina Senghas

Seit September ist Sabri Cetrez, ein Unternehmer aus Leimen (Rhein-Neckar-Kreis), der neue Eigentümer des ehemaligen Kaufhofgebäudes am Heidelberger Bismarckplatz. In seinem Auftrag überprüfen Fachleute ab Montag den baulichen und technischen Zustand des Gebäudes aus den 1960er Jahren. Bis Ende des Jahres sollen dann die Bauanträge für die Stadt fertig sein. Sabri Cetrez möchte, dass so schnell wie möglich wieder Leben in das Gebäude kommt. Die Pläne werden immer konkreter.

Ex-Kaufhaus in Heidelberg soll umgebaut werden

Die Kommunikation für alles, was die Zukunft der Kaufhaus-Immobilie anbelangt, hat der Heidelberger Immobilien-Manager Frieder Strohauer übernommen. Er räumt ein, dass der Ex-Kaufhof aus baulicher Sicht eine Art Wundertüte sei - vor allem, was den technischen Zustand anbelangt. Trotzdem sei man zuversichtlich, dass bis Ende des Jahres, spätestens aber bis Januar 2026, die Bauanträge fertig sind. Man fertige sie in enger Abstimmung mit der Stadt an, sodass diese zügig eine Genehmigung erteilen könne. Geplant sei, dass man Ende Mai, Anfang Juni mit den Umbauarbeiten beginnen kann.

Ex-Kaufhof am Bismarckplatz in Heidelberg
Bald könnte hier stehen: Diese Filiale wird wieder geöffnet.

Untere Stockwerke: Supermarkt und Einzelhandel

Was die künftigen Mieter anbelangt, führe man bereits viele Gespräche, so Strohauer. In das Untergeschoss soll ein Supermarkt einziehen. Die Hälfte des Erdgeschosses sowie den ersten und zweiten Stock soll ein Einzelhändler übernehmen. Interessiert zeigen sich laut Stohauer bisher ein Textilhändler und ein Unternehmen, das Textil- und Haushaltswaren anbietet. In die zweite Hälfte des Erdgeschosses - mit einem getrennten Eingang - sollen kleinere Läden einziehen: ein Kindermodengeschäft und eine regionale Metzgerei und - wie vorher auch - eine Bäckerei sowie ein Blumenladen.

Obere Stockwerke: Fitness-Center, Gastronomie und Büros

Das dritte und vierte Stockwerk sollen zu einem Fitness-Center umgebaut werden. Auch dafür gebe es bereits zwei Interessenten: ein regionales Unternehmen und einen "ganz großen Player". In der fünften Etage ist wie zu Kaufhof-Zeiten wieder Gastronomie geplant. Hierfür Interessenten zu finden, sei das einfachste, so Frieder Strohauer. Es sei allerdings wichtig, dass die Gastronomie zum Gesamtkonzept passe. Und das gehe in Richtung "gemütlich". Die Büros im sechsten Stock sollen bleiben und vermietet werden - eventuell als Co-Working-Bereich für junge Unternehmen.

Ganz neu in Heidelberg: Ein Miniatur-Museum

Da die Gastronomie in der fünften Etage nicht die gesamte Fläche braucht, soll auf dieser Etage etwas entstehen, was es in Heidelberg bisher noch nicht gibt: ein Miniatur-Museum. Das müsse man sich wie eine Eisenbahn-Welt vorstellen. Vergleichbar mit dem Miniatur-Wunderland in Hamburg, nur an die Landschaft rund um Heidelberg und die Rhein-Neckar-Region angelehnt, so Strohauer weiter.

Stadt Heidelberg begrüßt, dass sich etwas tut am Bismarckplatz

Ein Sprecher der Stadt Heidelberg bewertet es als positiv, "dass Bewegung reinkommt" in die Sache Kaufhofgebäude am Bismarckplatz. Man habe nur begrenzt Einfluss auf das, was dort passiert, sei aber natürlich interessiert an einer attraktiven Nachnutzung.

Der Kaufhof am Bismarckplatz wurde im Januar 2024 geschlossen, weil die Immobilie zur Insolvenzmasse der Signa-Gruppe von Pleitier René Benko gehörte und nicht, weil das Haus unrentabel war. Der Standort am Bismarckplatz gilt als attraktive Lage. Nach der Insolvenz wurde das Gebäude Eigentum der Frankfurter Immobilien- und Investmentfirma RFR-Management GmbH. Über den Verkaufspreis gibt es keine Information. Der neue Eigentümer rechnet mit Sanierungskosten zwischen fünf und zehn Millionen Euro.

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