Klaus Staeck - der Verleger, Satiriker, Rechtsanwalt und ehemalige Präsident der Akademie der Künste zählt zu den bekanntesten Künstlern der Region. Das war am Donnerstagabend zu spüren. Zur Ausstellungseröffnung kamen weit über 200 Interessierte - viele mussten wegen Überfüllung der Friedrich-Ebert-Gedenkstätte draußen bleiben.
Der knapp 88-Jährige lebt in Heidelberg. Seine politischen Plakate und Postkarten haben ab den 1960er Jahren bundesweit für Aufmerksamkeit gesorgt, seine Provokationen viele empört. Die Ausstellung in der Friedrich-Ebert-Gedenkstätte, kuratiert vom Kulturamt der Stadt, zeigt unterschiedliche Facetten der Arbeit Klaus Staecks.
Wir haben auf der einen Seite die politischen Arbeiten, die jeder kennt, die Plakate mit den zugespitzten politischen Botschaften. Und auf der anderen Seite "Original-Collagen", das sind kleine Arbeiten.
Virtueller Besuch von Staecks Atelier - seiner "Höhle" - dank einer 3-D-Installation
Eine Besonderheit bei der Ausstellung: Es gibt einen virtuellen Nachbau des sehr besonderen Büro-Ateliers von Klaus Staeck in der Heidelberger Altstadt.
Im Auftrag des Kulturamts hat das Karlsruher Zentrum für Kunst und Medien (ZKM) einen 3-D-Scan des mit Büchern und Kunst vollgestopften Raums angefertigt, so dass man in Staecks Wirkungsstätte eintauchen kann. Seine"Höhle", wie der Künstler selbst sagt. Daher auch der Titel der Ausstellung "Klaus Staeck - Papierarchiv Höhle".
Staeck arbeitet jeden Tag an Collagen
Die kleinen "Original-Kollagen" tragen im Gegensatz zu seinen bekannten Plakaten keine politische Botschaften. Für Klaus Staeck sind es tägliche Übungen. Er macht sie seit den 1990er Jahren, bis zu zehn am Tag. Staeck selbst sagt, sie halten ihn am Leben. Die Ausstellung ist bis zum 26. April zu sehen.