Mit über 100.000 Gästen im Jahr ist das Ladenburger Freibad (Rhein-Neckar-Kreis) nach Angaben der Stadt die größte Freizeiteinrichtung der Kommune und dazu ein wichtiger sozialer Treffpunkt. Nun soll es - nach aktuellen Schätzungen - für 9,4 Millionen Euro saniert und fit für die Zukunft gemacht werden. Der Bund übernimmt knapp 2,8 Millionen Euro. Bei der Sanierung geht es unter anderem darum, den Betrieb auf erneuerbare Energien umzustellen und klimaneutral zu machen. Wenn alles nach Plan geht, soll das Bad im Sommer 2028 wiedereröffnet werden.
Veraltete Technik und zu hoher Energieverbrauch
Im vergangenen Sommer hat das Ladenburger Freibad sein 90-jähriges Jubiläum gefeiert. Es hat also schon einige Jahre auf dem Buckel und das hat in den vergangenen Jahren zunehmend Probleme verursacht: Es waren kaum noch passende Ersatzteile auf dem Markt und außerdem wurde es immer schwieriger, mit der veralteten Technik die gestiegenen gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen, beispielsweise was die Wasseraufbereitung anbelangt. Hinzu kommt, dass der Energieverbrauch bei der aktuellen Kostenentwicklung enorm zu Buche geschlagen hat.
Deshalb hat sich die Stadt für die Generalsanierung entschieden. Im Gemeinderat gab es dazu eine überwältigende Zustimmung. Ohne diese hätte dem Schwimmbad über kurz oder lang das Aus gedroht.
Becken werden neu angeordnet, Park und Bäume bleiben erhalten
Grundsätzlich bleiben das Schwimmer-, Nichtschwimmer und Sprungbecken erhalten, aber sie werden teilweise etwas verkleinert und voneinander getrennt. So kann man beispielsweise die Wassertemperatur unterschiedlich steuern oder muss bei Verschmutzungen nur einen Teil sperren. Die neuen Becken werden alle mit Edelstahl ausgekleidet. Aus Platz- und Kostengründen wurde die Größe so angepasst, dass Teile der Anlagentechnik weitergenutzt werden können und kein zusätzlicher Platzbedarf für die neue Technik entsteht, so die Stadt.
Der Sprungbereich bleibt erhalten, die Rutsche wird verlegt, der Kleinkindbereich soll komplett neugestaltet werden. Er soll durch mehr Wasserspielangebote attraktiver werden. Die Außenanlage mit großzüzigen Liegewiesen und altem Baumbestand soll so bleiben, wie sie ist.
Energetische Sanierung: Ziel ist Klimaneutralität
Die Energie für den Betrieb des Freibads soll künftig vollständig aus einer Photovoltaikanlage kommen. Dazu soll das Freibad an die benachbarte Dreifeldsporthalle gekoppelt werden. Der erzeugte Strom auf der Dachanlage der Sporthalle werde vollständig den Strombedarf der Sporthalle und nahezu vollständig den Strombedarf des Freibades decken, heißt es. Durch diesen Energieverbund bleiben die Kosten für den Betrieb des Freibades stabiler.
Föderverein sammelt Spenden für Sanierung der Sanitäranlagen
Die Sanierung des Sanitäranlagen ist ein Sonderposten. Die finanziellen Mittel dafür sollen über Spenden reinkommen. Der Förderverein des Freibads hat dazu die Spendenaktion „1000x100“ initiiert. Mit ihr soll nicht nur genug Geld für die Neugestaltung der sanitären Anlagen gesammelt werden, sondern auch für das neue Kinderbecken.
Letzter Öffnungstag des Freibad ist der 31.07.26 und dazu gibt es ein besonders Angebot: Von 19 bis 23 Uhr steht ein sogenanntes Nachtschwimmen mit DJ-Begleitung auf dem Programm.