Nach einem tödlichen Unfall bei Ausgrabungen in Leimen (Rhein-Neckar-Kreis) im November 2023 müssen sich sechs Männer wohl bald vor Gericht verantworten. Darunter sind laut Staatsanwaltschaft auch der zuständige Architekt und der Bauleiter, der für die Einhaltung von Sicherheitsmaßnahmen zuständig war.
Beim Einsturz eines historischen Gewölbekellers war ein 21-jähriger Archäologiestudent verschüttet worden. Er konnte erst mit Hilfe eines Baggers geborgen werden, starb aber später im Krankenhaus an seinen schweren Verletzungen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Angeklagten gegen Sorgfaltspflichten verstoßen haben.
Grabungen für Großprojekt in Leimen
Das Unglück passierte auf einer Baustelle für eine Tiefgarage in Leimen. Für das Großprojekt "Treffpunkt Leimen" musste ein historisches Kellergewölbe freigelegt werden. Deshalb fanden die archäologischen Grabungen statt. In der Baugrube lösten sich Steine aus etwa vier Metern Höhe und stürzten auf den 21-Jährigen, der am Boden des Kellers arbeitete. Der Student stammte aus dem Zollernalbkreis.
Anklage: Gewölbe hätte nicht betreten werden dürfen
Laut Staatsanwaltschaft Heidelberg wurde im Zuge der Ermittlungen auch ein Gutachten erstellt. Die Grabungen im Keller liefen zum Zeitpunkt des Unfalls bereits seit zwei Wochen, heißt es. Der Keller sei dabei so ausgehoben worden, dass überhängende Reste eines Mauerwerks des Gewölbes erhalten blieben. Dadurch bestand jederzeit die Gefahr, dass Teile herabstürzen. Das Gewölbe hätte - aus Sicht der Ermittlungsbehörden - nicht betreten werden dürfen. Dennoch hätten mehrere Menschen dort gearbeitet, darunter der getötete 21-Jährige.
Das Landgericht Heidelberg muss nun über die Eröffnung des Hauptverfahrens und mögliche Verhandlungstermine entscheiden.