Seit 50 Jahren ist die Veterama in Mannheim ein Treffpunkt für Auto-Liebhaber, Sammler, Hobby-Schrauber und Händler. Zu sehen gibt es Oldtimer, Youngtimer, Ersatzteile und klassische Fahrzeuge aller Epochen, Zustände und Preisklassen. Die Jubiläums-Messe findet seit Freitag bis zum Sonntag auf dem Maimarkt statt.
Von Rostlaube bis Traumauto und vieles mehr
Bei der Eröffnung am Freitagmittag herrschte reger Andrang vor den Toren des Mannheimer Maimarktes. Während die letzten der rund 4.000 Aussteller aus ganz Europa fertig auspackten und ihre Stücke polierten, stöberten zahlreiche Menschen nach dem, was ihnen fehlt. Es ist eine Veranstaltung von Leuten, die schrauben, für Leute, die schrauben. Laut Veranstalter ist die Veterama Europas größter Markt für klassische Autos, Motorräder und Teile - mit einer rund 260.000 Quadratmeter großen Freifläche und 15.000 Quadratmeter Hallenfläche.
"Die Jungs werden immer älter"
Seit 20 Jahren kommt Thomas Römer nach Mannheim. Der Stuttgarter hat einen "Hobbyladen" für "Spielzeug für Erwachsene". Er brannte schon immer für die Auto-Miniaturen, hat sie schon immer gesammelt und überschüssige verkauft. "Ich habe drei Mal eine Freude: Wenn ich es kaufe, dann wenn ich es repariere und nochmal, wenn ich es verkaufe", so Seidel.
Ein, zwei Sachen haben sich laut dem Stuttgarter bei der Messe über die Jahre verändert. Zum einen würden die "Jungs immer älter" und es fehle an Nachwuchs. Denn heutzutage hängen die Menschen eher am Handy, statt etwas mit ihren Händen zu machen, sagt er. Er liebt es in Erinnerungen zu schwelgen.
Wie alles begann: von 80 auf 4.000 Aussteller
Der erste Markt fand 1975 in einer alten Holzbalkenhalle in Mannheim mit 80 Ständen und rund 1.500 Besuchern statt - initiiert von Winfried A. Seidel und Walter Metz. Es war der Versuch, die Schrauberszene zusammen zu bringen. "Unsere Freunde aus der Szene breiteten alles aus, was sie in den Kellern und Garagen zusammengesucht hatten. Das war der Anfang zu einer grandiosen Kulturveranstaltung", sagt Seidel.
Familie Seidel veranstaltet bis heute die Veterama mit bis zu 4.000 internationalen Ausstellern.
Vom Käufer zum Verkäufer
Wie früher wird auch heute noch das verkauft, was man im Keller oder in der Garage findet. Alte Herrenmagazine, Auto-Bücher aus den Fünfzigern, restaurierungsbedürftige Schätze, Original-Ersatzteile wie Zylinder, und Motoren oder Blechwerbung. Viele der Aussteller wollen es lieber hier für "einen Appel und ein Ei" verkaufen, statt es in die Tonne zu schmeißen.
Rund 500 komplette Fahrzeuge standen dieses Jahr zum Verkauf, darunter Zwei- und Vierräder aller Epochen, Zustände und Preisklassen. In den letzten 30 Jahren haben Sabine und Wolfgang aus der Eifel viele Motorräder gekauft, jetzt brauchen sie wieder Platz. Die leidenschaftlichen Motorradfahrer haben früher auf der Veterama selbst gestöbert, seit Jahren verkaufen sie.