Ein seltenes Schauspiel bietet sich derzeit am Abendhimmel über der Rhein-Neckar-Region: Sechs Planeten - Merkur, Venus, Saturn, Neptun, Uranus und Jupiter - stehen gleichzeitig am Himmel. Dazu gesellt sich auch noch der zunehmende Mond. Das Phänomen ist in ganz Baden-Württemberg sichtbar.
Sechs Planeten auf einmal am Himmel
Laut Carolin Liefke vom Haus der Astronomie in Heidelberg entsteht eine solche Konstellation nur alle ein bis zwei Jahre. Das Besondere: Für einen kurzen Moment sind tatsächlich sechs Planeten gleichzeitig über Deutschland zu sehen. Normalerweise sind höchstens zwei oder drei Planeten gleichzeitig sichtbar. Die NASA bezeichnet das Phänomen als "Planetenparade".
Wann ist die beste Zeit in Mannheim und Heidelberg?
Das Zeitfenster am Freitag- und Samstagabend ist klein - und es ist ein bisschen Geduld gefragt:
- Ab etwa 18:30 Uhr: Merkur und Venus werden sichtbar
- Zwischen 19:00 und 19:15 Uhr: Beste Chance, alle sechs Planeten zu erwischen
- Danach verschwinden Merkur, Venus, Saturn und Neptun im Westen unter dem Horizont
Wer das Spektakel sehen will, muss also pünktlich sein. Die Zeiten können sich je nach Standort in der Rhein-Neckar-Region leicht unterscheiden - grundsätzlich ist das Ereignis aber deutschlandweit sichtbar.
Wo in der Rhein-Neckar-Region ist die Sicht am besten?
Carolin Liefke selbst hat die Planeten von der Bergbahnstation Königsstuhl in Heidelberg beobachtet. Von dort aus hat man freien Blick nach Westen - entscheidend für dieses Ereignis.
Wichtig für einen guten Blick ist:
- freie Sicht nach Westen
- keine Gebäude oder Bäume im Weg
- möglichst kein Nebel
- ein erhöhter Standort – vor allem für Menschen aus der Rhein-Ebene
Anders als bei vielen anderen Himmelsphänomenen spielt Lichtverschmutzung diesmal kaum eine Rolle. Entscheidend ist vor allem ein freier Horizont.
Wo steht welcher Planet?
Um alle Planeten zu finden, muss man Laut Carolin Liefke wissen, wo man suchen muss.
- Am Westhorizont: Merkur, Venus, Saturn und Neptun
- Im Südosten: Jupiter
- Im Südwesten, höher am Himmel: Uranus
Jupiter ist der erste auffällige Lichtpunkt am Abendhimmel. Venus erscheint ebenfalls sehr hell - allerdings nahe am Westhorizont. Uranus und Neptun sind nur mit Fernglas sichtbar. Neptun gilt selbst dann noch als schwer auffindbar. Der Mars ist nicht Teil des Spektakels. Er steht in Sonnennähe am Taghimmel und wird erst ab Mitte des Jahres wieder am Morgenhimmel sichtbar sein.
Hilfreich sind laut Carolin Liefke Astronomie-Apps, die beim Identifizieren der Planeten unterstützen. Sie zeigen per Smartphone genau an, welcher Lichtpunkt welcher Planet ist.
Kein "Perlenschnur"-Effekt
Die Planeten stehen nicht wie aufgereiht nebeneinander. Dieses Bild kursiert häufig in sozialen Medien, entspricht aber nicht der Realität. Teilweise muss man sich sogar umdrehen um alle Planeten zu entdecken.
Wetter entscheidet mit
Ohne klaren Himmel keine Planetenparade. Laut Deutschem Wetterdienst stehen die Chancen auf Auflockerungen besonders im Südosten Deutschlands gut. In der Rhein-Neckar-Region kann es dagegen - je nach Bewölkung - zum Glücksspiel werden.