Angriffe auf Rettungskräfte

Mannheimer Polizei-Gewerkschafter fordert Verbot privater Böllerei an Silvester

Jährlich werden zu Silvester große Mengen Feuerwerkskörper in die Luft geschossen. Eine Petition der Polizei fordert ein Verbot der privaten Böllerei. Zuspruch gibt es auch aus Mannheim.

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Von Autor/in Danilo Quarta

Während manche bei Silvester an die ausgelassenen Feiern denken, verbinden viele Rettungskräfte und Polizisten die Silvesternacht vor allem mit Stress, Arbeit und Gewalt. Die Notaufnahmen sind jedes Jahr überfüllt mit Menschen, die mit Brandwunden behandelt werden müssen. Und die Berichte über Angriffe auf Einsatzkräfte häufen sich. Deswegen setzt sich die Gewerkschaft der Polizei (GdP) seit Jahren für ein bundesweites Böllerverbot ein. Die Petition "Bundesweites Böllerverbot, jetzt!" haben mittlerweile schon mehr als 2,6 Millionen Menschen unterschrieben. Unterstützung dafür gibt es auch aus Mannheim.

Zuspruch zum Böllerverbot auch aus Mannheim

Dem Bezirksgruppenvorsitzenden der GdP Mannheim, Thomas Mohr, ist die private Silvesterböllerei ein Dorn im Auge. Im Interview mit dem SWR erzählt er, dass sich die Zustände auch in Mannheim verschlimmert hätten: "Es ist in der Tat so, dass Minderheiten solche Dinge vorantreiben und Einsatzkräfte verletzen. Es eskaliert immer da, wo unkontrolliert Feuerwerk abgebrannt wird, zum Beispiel am Plankenkopf. Da ist das Maß einfach voll."

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Verbot für alle aufgrund weniger Täter?

Damit spricht Mohr einen wichtigen Punkt an: Bei den Tätern handelt es sich um eine Minderheit. Er verstehe, wenn manche sich deswegen nicht das Böllern verbieten lassen möchten, so Mohr weiter. Die Gewaltbereitschaft sei jedoch erheblich gestiegen, vor allem gegen Rettungskräfte. Das wolle man nicht mehr länger akzeptieren. Wenn bei Silvestereinsätzen mit Raketen und Böllern auf Rettungsfahrzeuge geworfen wird, höre der Spaß auf.

Ich bin seit 1990 in Mannheim. Wir hatten damals natürlich auch Sonderdienste, aber diese Eskalation und Gewaltbereitschaft hatten wir so nicht.

Feuerwerk belastet auch Umwelt und Tiere

Neben der Polizei üben auch Tier- und Umweltschützer Kritik am privaten Silvesterfeuerwerk. Laut Umweltbundesamt werden allein in der Silvesternacht in Deutschland rund 2.000 Tonnen Feinstaub ausgestoßen. Am ersten Tag des neuen Jahres ist die Luftbelastung mit Feinstaub vielerorts so hoch wie sonst im ganzen Jahr nicht. Daneben macht die Böllerei Silvester zu einer der stressigsten Nächte für Wild- und Haustiere. Auch deshalb hält der Polizeigewerkschafter Thomas Mohr die private Silvesterböllerei schlichtweg für nicht mehr zeitgemäß.

Vorschlag: Ein zentrales und kontrolliertes Feuerwerk

Mohrs Fazit: Ein ideales Silvester geht auch ohne private Böllerei. Stattdessen könnte die Stadt ein zentrales Feuerwerk ausrichten. Das wäre sicherer und würde auch der CO2-Bilanz der Stadt zugute kommen.

In diesem Jahr ist das private Silvesterfeuerwerk aber noch erlaubt, deshalb laufen die Vorbereitungen der Polizei auf Hochtouren. "Die Mannheimer Polizei ist vorbereitet und wird auch jegliche Störung in der Silvesternacht unterbinden, wenn Menschenleben gefährdet sind oder Schwerverletzte einfach billigend in Kauf genommen werden." so Mohr gegenüber dem SWR.

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Danilo Quarta
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