Seit Montag muss sich ein 32 Jahre alter Mann am Landgericht in Mannheim verantworten. Ihm wird versuchter Totschlag und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Ende November vergangenen Jahres soll er einen Mann in der Mannheimer Innenstadt mit einer Machete angegriffen und lebensgefährlich verletzt haben.
Angriff mit Machete an Haltestelle in Mannheim
Dem Angriff an der Straßenbahn-Haltestelle "Tattersall" war laut Staatsanwaltschaft eine verbale Auseinandersetzung vorausgegangen. Daraufhin soll der Angeklagte das spätere Opfer zu Boden gestoßen haben. Anschließend habe der Angeklagte sein zum Tatzeitpunkt 36 Jahre altes Opfer mit der scharfen Seite der Machete lebensgefährlich verletzt. Die mutmaßliche Tatwaffe habe eine Klingenlänge von rund 35 Zentimetern gehabt. Laut Staatsanwaltschaft hat das Opfer eine starke Schnittwunde am Oberschenkel erlitten und sei bei dem Angriff auch am Schulterblatt verletzt worden. Der damals 36-Jährige musste notoperiert werden und überlebte.
Bei Durchsuchung: Machete im Hosenbund entdeckt
Der Angeklagte war zunächst vom Tatort geflohen. Polizeibeamte, die am ersten Prozesstag als Zeugen anwesend waren, sagten aus, bei einer sogenannten "Nahbereichsfahndung" habe man trotz einer Personenbeschreibung zunächst keinen Verdächtigen finden können. Später hätten Einsatzkräfte den Angeklagten jedoch in der Nähe des Tatorts festnehmen können.
Bei der Durchsuchung sei bei dem Angeklagten eine Machete mit mutmaßlichen Blutspuren im Hosenbund entdeckt worden. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, den Tod seines Opfers in Kauf genommen zu haben.
Angeklagter spricht von Alkohol- und Drogenkonsum
Der 32-jährige Angeklagte aus Tunesien verfolgte den ersten Prozesstag aufmerksam von der Anklagebank aus. Vor dem Landgericht Mannheim sagte er aus, er habe am Tattag Alkohol getrunken und Drogen genommen. An den Vorfall könne er sich nicht mehr erinnern.
Auch vor der Tat, die dem Angeklagten nun vorgeworfen wird, habe er regelmäßig Alkohol und Drogen konsumiert, darunter Haschisch und Kokain - teilweise habe er dabei das Bewusstsein verloren. Das sagte er am Montag vor Gericht.
Nach eigenen Angaben sei er vor wenigen Jahren nach Deutschland gekommen. Einen Asylantrag habe er gestellt, dieser sei jedoch abgelehnt worden. Er habe seitdem überwiegend in Mannheim gelebt, aber auch Zeit in Brandenburg und in den Niederlanden verbracht. Das spätere Opfer des Angriffs habe er nicht gekannt. Die Hintergründe der Tat sind bislang unklar. Zwar war das Opfer am Montag als Zeuge geladen, der Mann ist aber nicht zur Vernehmung erschienen.
Entscheidung Ende Mai erwartet
Der Angeklagte sitzt in Untersuchungshaft. Drei weitere Verhandlungstermine sind in dem Prozess angesetzt. Ein Urteil könnte Ende Mai verkündet werden.