Dass Mannheim eine große Veranstaltungshalle braucht, war für die Stadt lange klar. Schon in den 1980er Jahren wurde darüber diskutiert. Damals war der Neue Messplatz als Standort im Gespräch, aber aus dieser Idee wurde nichts. Mit dem wachsenden Erfolg der Mannheimer Eishockey-Adler kam das Thema in den 90er Jahren erneut auf den Tisch, aber es fehlte das Geld. Also wurde nach anderen Lösungen gesucht.
Dietmar Hopp ermöglichte den Bau
Letztlich machte SAP-Mitgründer und Adler-Sponsor Dietmar Hopp der Stadt ein Angebot. Der Vorschlag sah folgendermaßen aus: Hopp finanziert den Bau der Halle zinslos vor und betreibt sie für dreißig Jahre auf eigenes Risiko. In dieser Zeit stottert die Stadt die Baukosten in Höhe von 70 Millionen Euro nach und nach ab. Nach dreißig Jahren geht die Arena in den Besitz der Stadt Mannheim über. Die Stadt nahm das Angebot an. Am 30. Juli 2002 wurde der Arena-Bau beschlossen.
Die Bauarbeiten im Bösfeld starteten ein Jahr später - im Juli 2003. Und das mit einem ehrgeizigen Zeitplan: Die Eröffnung wurde für den Herbst 2005 angekündigt. Und so kam es am Ende auch.
Feldhamster wurden umgesiedelt
Ganz ohne Schwierigkeiten liefen die Arbeiten aber trotzdem nicht ab. Nachdem der Bau beschlossen wurde, gründeten Anwohner umgehend eine Bürgerinitiative - und Tierschützer machten ebenfalls gegen die Arena mobil, weil es im Bösfeld eine große Population der geschützten Feldhamster gab. Sie zogen vor Gericht.
Letztlich wurden die Tiere umgesiedelt. Es gab aber noch andere Kritikpunkte: So fürchteten zum Beispiel die Grünen im Gemeinderat, dass durch den Bau der Arena eine wichtige Frischluftschneise der Stadt blockiert würde. Gebaut wurde die Halle aber trotzdem.
Bund und Land beteiligten sich an Infrastruktur-Kosten
Auch weitere Hürden wurden genommen - und die waren vor allem finanzieller Art. Die Kosten für die Verkehrs-Infrastruktur rund um die Arena, wie zum Beispiel die Anbindung an den Nahverkehr oder auch die Schaffung von Parkplätzen und Zubringern, beliefen sich noch einmal auf rund 50 Millionen Euro. Den Löwenanteil steuerten am Ende aber Bund und Land bei.
Zu Gast in der SAP Arena: Sport-und Popstars
Unterm Strich lief beim Bau alles nach Plan: Am 2. September 2005 wurde die SAP Arena feierlich eingeweiht. Seitdem ist sie aus der Region nicht mehr wegzudenken: Als Spielstätte der Mannheimer Eishockey-Adler und der Rhein-Neckar-Löwen. Aber das ist noch lange nicht alles.
Die SAP Arena ist auch eine gefragte Veranstaltungshalle, in der regelmäßig Weltstars auf der Bühne stehen: Ob Justin Timberlake, Madonna, Tina Turner, Eric Clapton, Neil Young, Elton John oder die Ehrlich Brothers, ob Bülent Ceylan, der Cirque du Soleil oder Holiday on Ice, ob Boxweltmeisterschaft oder der Bundesvision Song Contest - sie alle haben in der SAP Arena Station gemacht.
Bombendrohung beim Topmodel-Finale
An einen der schwärzesten Tage in der Geschichte der SAP Arena erinnern sich viele Menschen aus der Rhein-Neckar-Region bis heute. Am 14. Mai 2015 fand in der Halle das Finale der Pro7-Show "Germanys Next Topmodel" statt. Zunächst lief alles nach Plan - bis in der Arena das Telefon klingelte. Eine unbekannte Frau drohte damit, während der Livesendung eine Bombe hochgehen zu lassen. Die Show wurde abgebrochen und die Halle geräumt. Bei der Durchsuchung fand die Polizei einen verdächtigen Koffer - er stellte sich aber als harmlos heraus. Auch der Rest der Halle wurde durchsucht, gefunden wurde nichts.
Nachhaltig geschadet hat dieses Ereignis der SAP Arena nicht: Bis heute geben sich Stars dort die Klinke in die Hand, zum Beispiel am 25. Oktober. Dann wird die britische Band Simply Red dort zu Gast sein.