Nächster Schritt zur Eindämmung der Seuche

Mosbach: Wildschwein-Fallen gegen die Afrikanische Schweinepest

Mit Saufängen will die BW-Landesregierung den nächsten Schritt in der Seuchenbekämpfung gehen. Die Fallen sollen dazu beitragen, die Wildschweindichte deutlich abzusenken.

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Von Autor/in Patrick Figaj

Jetzt sollen es sogenannte Saufänge richten: Die baden-württembergische Landesregierung hat an strategischen Punkten im Staatswald feste Zäune bauen lassen, um die Afrikanische Schweinepest (ASP) endlich eindämmen zu können. Die Saufänge, heißt es in einer Mitteilung, seien der nächste Schritt in der Seuchenbekämpfung. In Mosbach (Neckar-Odenwald-Kreis) wurden die Fallen vorgestellt.

In einer ersten Version des Artikels hieß es, die Saufänge wurden im Odenwald positioniert. Das ist falsch. Richtig ist, dass sie zunächst bei Hockenheim und Neckargemünd (Rhein-Neckar-Kreis) aufgestellt werden.

Wildschweindichte soll zurückgehen

Diese Fallen sollen dazu beitragen, die Wildschweindichte deutlich abzusenken. Dadurch verringere sich das ASP-Risiko, so das Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR). Diese Fallen seien eine bewährte Maßnahme der Seuchenbekämpfung, die bereits im europäischen Ausland sowie in den Ländern Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern sowie auch in Hessen zur ASP-Bekämpfung zum Einsatz komme. In Baden-Württemberg bislang noch nicht. Das ändert sich jetzt. Im Kontext solcher Systeme geht es immer um die Frage des Tierwohls - auch das kranker Wildschweine.

Wildschweinfalle im Wald
Wildschweinfalle - auch Saufang genannt. (Symbolbild)

Im Fall von Afrikanischer Schweinepest sei der Einsatz von Saufängen nach den Vorschriften zur Seuchenbekämpfung der EU obligatorisch und ein wichtiges Mittel der Tierseuchenbekämpfung, heißt es in der Mitteilung weiter.

Rhein-Neckar-Kreis, Mannheim und Heidelberg betroffen

Die bisherigen Ausbrüche der ASP in Hessen und Rheinland-Pfalz wirken sich vor allem auf den Norden Baden-Württembergs aus. Insbesondere der Rhein-Neckar-Kreis und die Städte Mannheim und Heidelberg sind betroffen. Im August war ein krank erlegtes Wildschwein in Baden-Württemberg positiv auf das ASP-Virus getestet worden. Seitdem, heißt es von Seiten des Ministeriums, laufen die Maßnahmen zur Eindämmung der Seuche auf Hochtouren. Im Rhein-Neckar-Kreis, Mannheim und Heidelberg gibt es Sperrzonen. Allgemeinverfügungen sind erlassen worden.

Bislang werden vor allem Elektro- aber auch feste Zäune eingesetzt, um breite Wanderungen der Wildschweine zu verhindern. Jäger kritisieren zum Teil, dass die bisherigen Maßnahmen nicht effektiv genug sind. Spezialisten suchten bislang unter anderem mit Drohnen und Suchhunden Wildschweinkadaver.

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Patrick Figaj
SWR Journalist Patrick Figaj