Der stark genutzte Saukopftunnel zwischen Weinheim (Rhein-Neckar-Kreis) und Birkenau (Kreis Bergstraße) muss länger gesperrt bleiben als zunächst geplant. Das hat das Regierungspräsidium Karlsruhe am Mittwoch mitgeteilt. Wegen eines "unvorhergesehenen Defektes an der Steuerung der Rauchabzugsklappen" könne der Tunnel nicht wie vorgesehen am 16. August wieder geöffnet werden, heißt es. Zunächst müsse eine sichere Rauchabsaugung gewährleistet werden. Erst dann könne der Tunnel wieder für den Verkehr freigegeben werden, so das Regierungspräsidium in einer Pressemitteilung.
Viele Pendler nutzen Tunnel bei Weinheim täglich
Für Pendler sowohl auf baden-württembergischer als auch auf hessischer Seite ist das keine gute Nachricht: Bereits jetzt staut sich der Verkehr zu Stoßzeiten in der Weinheimer Innenstadt. Noch sind Sommerferien. Sollte sich der Defekt als längerfristige Einschränkung herausstellen, könnte das zu einem noch größeren Verkehrsproblem führen. Vieles deutet darauf hin.
Schwerwiegendes Sicherheitsrisiko an Entlüftung erkannt
Die Arbeiten waren nach Angaben des Regierungspräsidiums zunächst planmäßig verlaufen. Zum Abschluss der Arbeiten an den technischen Anlagen sei dann "mit der Aufschaltung der ausgetauschten Komponenten auf die Tunnelsteuerung" begonnen worden. Dabei stellte sich heraus: Über die Hälfte der in der Tunneldecke verbauten Rauchabzugsklappen sind nicht mehr ansteuerbar. Ausgerechnet die, die von den laufenden Sanierungsarbeiten nicht betroffen waren.
Dies ist nach aktueller Einschätzung ein schwerwiegendes Sicherheitsrisiko.
Würde es im Tunnel brennen, so heißt es weiter, könnten Rauch und schädliche Brandgase nicht ausreichend aus dem Tunnel geleitet werden. Gemeinsam mit dem für die Erneuerung der Sicherheitstechnik zuständigen Regierungspräsidium Karlsruhe sowie dem Rhein-Neckar-Kreis als Tunnelbetreiber sei die Entscheidung getroffen worden, den Tunnel weiterhin zu sperren. Das weckt Erinnerungen an den Mannheimer Fahrlachtunnel: Eine unzureichende Entlüftung führte hier zu einer zweijährigen Sperrung.
Kurzfristiger Austausch der Tunnel-Technik nicht möglich
Derzeit werde mit "Hochdruck an der Ursachenforschung für den Ausfall der Steuerungskomponenten" gearbeitet. Schwierig macht es für die zuständige Behörde und den Betreiber, dass ein kurzfristiger Austausch nicht möglich ist. Die nötigen Bauteile sind aktuell nicht verfügbar. Sie wurden erst 2008 nachgerüstet. Jetzt sollen sie vor Ort repariert werden. Wie lange das dauert, ist unklar.
Deshalb kann zum aktuellen Zeitpunkt noch keine Aussage getroffen werden, wann eine Öffnung des Tunnels erfolgen wird.
Für Pendler bedeutet das: Weiterhin die ausgeschilderten Umleitungen nutzen - vorerst auf unbestimmte Zeit.