Nach jahrelanger Planung nimmt das Projekt jetzt Gestalt an. Mit der Grundsteinlegung samt Zeitkapsel und dem symbolischen Spatenstich hat am Mittwoch der Bau für das neue Forum Deutsche Sprache offiziell begonnen. Inhaltlich und personell wird das Forum von dem bereits in Mannheim ansässigen Leibniz-Institut für Deutsche Sprache (IDS) getragen. Das IDS ist eine vom Bund und allen Bundesländern finanzierte zentrale wissenschaftliche Einrichtung zur Dokumentation und Erforschung der deutschen Sprache in Gegenwart und neuerer Geschichte.
Mitmachmuseum, Wissenschafts- und Begegnungsort in Mannheim
Das Forum Deutsche Sprache soll ein Ort werden, an dem jeder die Vielfalt und Wirkung von Sprache erleben kann, schreibt das IDS in einer Pressemitteilung. In interaktiven Ausstellungen oder bei Veranstaltungen soll klar werden, welche zentrale Rolle die Sprache für das eigene Leben und die Gesellschaft hat. Maßgeblich beteiligt an dem Projekt ist die Heidelberger Klaus Tschira Stiftung. Geschäftsführerin Lilian Knobel betonte beim Spatenstich die Bedeutung der Sprache.
Unsere Sprache ist die entscheidende Brücke zwischen Forschung und Gesellschaft. Sie macht Wissen (...) überhaupt erst zugänglich.
In der Sprachwerkstatt können Interessierte selbst zu Sprachforschenden werden, indem sie Ideen einbringen oder ihre persönlichen Spracherfahrungen teilen. Für Kinder, Jugendliche und pädagogische Fachkräfte soll das Forum ein Ort werden, an dem sie Neues über die deutsche Sprache und ihren Gebrauch lernen können.
Forum will Bedeutung von Sprache für Teilhabe und Miteinander zeigen
Im Mittelpunkt stehen die Vielfalt, die besonderen Merkmale und der kontinuierliche Wandel der deutschen Sprache. Themen wie Künstliche Intelligenz und Sprache, Migration, Spracherwerb, Mehrsprachigkeit und Gesellschaft, aber auch die Besonderheiten der Dialekte oder die Jugendsprache sollen anschaulich vermittelt werden.
Ziel ist es laut IDS, den sachlichen Dialog rund um die Verwendung von Sprache zu fördern und deren Bedeutung für gesellschaftliche Teilhabe und das demokratische Miteinander zu zeigen. Für Mannheims Rathauschef Christian Specht (CDU) ist die Stadt der optimale Standort für ein solches Projekt, sagte er beim Spatenstich.
Keine Stadt wäre als Heimat dieses Forums besser geeignet als Mannheim - die inoffizielle Hauptstadt der Deutschen Sprache - mit ihrer enormen kulturellen, religiösen und sprachlichen Vielfalt.
Mehrere Akteure an Finanzierung beteiligt
Vor knapp sechs Jahren hat der Mannheimer Gemeinderat die Ansiedlung am Alten Messplatz in Mannheim beschlossen. Die Stadt stellt das Grundstück zur Verfügung. Das Gebäude soll eine "mehrschichtige Fassade aus Holz, Glas und einer hochtransparenten Kunststofffolie" sowie eine Dachterrasse mit Ausblick über den Neckar und die Stadtsilhouette bekommen.
Die Kosten für den Bau und die Ausstattung übernimmt die Klaus Tschira Stiftung, sie finanziert auch die erste Daueraustellung. Das Land Baden-Württemberg und der Bund bezahlen den wissenschaftlichen Betrieb und den Gebäudeunterhalt. Der Sprachforscher und Chef des Leibniz-Instituts für Deutsche Sprache, Henning Lobin, verwies auf die gesellschaftliche Bedeutung einer solchen Einrichtung. Das Forum Deutsche Sprache solle die Sprache in Mannheim zum Funkeln bringen, auch architektonisch.
Wir brauchen das Forum Deutsche Sprache gerade jetzt, weil Sprache und Wissen über ihre Wirkung absolut notwendige Elemente sind, um eine Gesellschaft zusammenzuhalten - besonders auch in Zeiten rasanter technologischer Entwicklungen.
Der Museumsbetrieb soll in erster Linie über Eintrittsgelder erwirtschaftet werden. Sonderausstellungen, Veranstaltungen und Ergänzungen der Dauerausstellung sollen durch Spenden finanziert werden.