Auf dem Mannheimer Maimarkt dreht sich vieles ums Thema Heizen. Dutzende Anbieter präsentieren ihre neuen Wärmesysteme in mehreren Messehallen und auf dem Außengelände. Sie wollen hier die Frage beantworten: Wie heizt man zukunftssicher?
Mitten im Gedrängel einer Messehalle steht Klaus Wild. Wie so viele hier sucht der 74-Jährige Heidelberger nach einer neuen Heizung für sein Eigenheim. 43 Jahre habe er seine Gasheizung schon, erzählt er nicht ohne Stolz, immer habe sie störungsfrei funktioniert. Doch jetzt müsse sie weg, jederzeit könne sie ausfallen. "Und dann habe ich ein Problem."
Energiekosten: Wärmepumpen gefragt auf dem Maimarkt
Natürlich schaut Wild auch auf die Heizkosten. Nach Beginn des Irankriegs wurden fossile Energieträger wieder teurer, Strom-, Öl- und Gaspreise stiegen immer weiter. Das merkt man auch auf dem Maimarkt: Hier spielen Öl- und Gasheizungen kaum eine Rolle. Stattdessen sieht man bei einem Großteil der Verkaufsstände besonders ein Heizsystem: die Wärmepumpe.
Auf der Suche nach einem neuen Heizsystem auf dem Maimarkt stößt Klaus Wild auf den Stand des Heizungsherstellers Viessmann. "Im Moment kommt eigentlich jeder zu uns und sagt, die Wärmepumpe ist das Mittel der Wahl", sagt Verkaufsberater Mirko Eble. Bei einem Großteil der Leute sei inzwischen "der Groschen gefallen", dass erneuerbare Energien die Zukunft seien.
Begrenzte Möglichkeiten bei neuer Heizung
Inzwischen sei die Auswahl bei einer neuen Heizung ziemlich eingeschränkt, sagt Timo Spagerer. Er ist Energieberater bei der Klimaschutzagentur Mannheim, die Interessierte auf dem Maimarkt berät. "Die Wärmepumpe ist mit Sicherheit die Technologie, die wir in Zukunft am häufigsten verbauen werden", sagt Spagerer. Sie habe einfache eine "unschlagbare Effizienz".
Alternativ gebe es noch die Fernwärme, aber das sei oft nur in größeren Städten möglich. Und wo beides nicht infrage käme, gebe es noch die Möglichkeit mit Holzpellets zu heizen. Die seien sinnvoll bei schlecht gedämmten Altbauten oder Handwerksbetrieben, die große Flächen beheizen müssten.
Wenig Andrang bei Holzpellet-Heizungen
Beim Stand von "Atmos Heizkessel", einem Anbieter von Holzpellet-Heizungen, ist die Stimmung eher gedrückt. "Das Interesse war schon mal größer in vergangenen Jahren", sagt Verkäufer Peter Kress. Die Technik der Wärmepumpe nehme ihnen einiges weg. Der Stand von Kress ist wenig besucht, nur ein Kunde blättert durch die Prospekte. Er sei skeptisch, was die Wärmepumpe anginge, sagt er, wegen des hohen Stromverbrauchs. Trotzdem wolle er auf nachhaltige Energien setzen, in dem Fall auf den nachwachsenden Rohstoff Holz.
Wärmepumpe: Bis zu 70 Prozent Zuschuss
Nach einem Tag auf dem Maimarkt ist für Klaus Wild inzwischen klar: Es soll wohl eine Wärmepumpe werden. Ein Vorteil: Wärmepumpen-Käufer können für ihre neue Heizanlage im Idealfall bis zu 70 Prozent Zuschuss bekommen. Trotzdem überrascht ihn der hohe Kaufpreis. Die Angebote, die er eingeholt hat, liegen bei bis zu 40.000 Euro. "Ich hab gedacht, es wäre preiswerter", sagt Wild, "das erste Angebot hat mich schon schockiert." Doch er sei jetzt auf einem guten Weg. Und wenn alles nach Plan läuft, kann Wild seine Jahrzehnte alte Gasheizung zum kommenden Winter verschrotten.