Endlich Klarheit im Heizungskeller?

Wie der Streit ums Heizungsgesetz Hausbesitzer bis heute verunsichert

Die alte Öl- oder Gasheizung nochmal tauschen? Oder lohnt sich der Umstieg auf Wärmepumpe oder Fernwärme? Die Fragen bleiben - trotz Reform des umstrittenen Gesetzes.

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Von Autor/in Georg Bruder

Die Eckpunkte zu einem neuen Heizungsgesetz sind da. Bringt das jetzt endlich Klarheit im Heizungskeller? Nein, sagt Michael Hoppe aus Ravensburg (Titelbild). Der Heizungsbauer ist überzeugt von der Wärmepumpe. "Sie ist das physikalisch Beste, was wir derzeit haben", sagt er mit Blick auf den hohen Wirkungsgrad im Vergleich zu Öl- oder Gasheizungen.

Dazu komme die große Abhängigkeit bei fossilen Brennstoffen, derzeit gut abzulesen an den Preistafeln der Tankstellen. Dass die Regierung jetzt mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz, einer Reform des Gebäudeenergiegesetzes (GEG), auch wieder auf Öl und Gas setzt, sei ein Rückschritt und werde Hausbesitzern und Mietern teuer zu stehen kommen.

In der SWR Story "Teure Wärme - wie werden wir künftig heizen?" hat der SWR Menschen begleitet, die vor der Frage stehen: Weiter so oder umsteigen? Denn das könnte sich lohnen - nicht nur fürs Klima:

Mannheimer Hausbesitzer will seine Gasheizung behalten

Ganz anders denkt Erwin Feininger aus Mannheim. Er will seine gerade erst angeschaffte Gasheizung behalten. Und das, obwohl der Mannheimer Energieversorger MVV angekündigt hat, das Gasnetz ab 2035 stillzulegen. Der ehemalige Tankstellenbesitzer versteht nicht, warum man sich vom Gas verabschieden will.

Eine Wärmepumpe kommt für ihn nicht infrage. Dafür müsste er an seinem alten Haus zu viel investieren, sagt er. Und überhaupt gehe ihm das mit dem Klimaschutz zu weit. Deshalb versucht er gemeinsam mit anderen in einer Bürgerinitiative den Energieversorger und die Stadt Mannheim davon zu überzeugen, das Gasnetz zu erhalten.

Hausbesitzer Erwin Feininger setzt auf Gasheizung
Erwin Feininger aus Mannheim will an seiner Gasheizung festhalten.

Klimaschutz ja - aber können wir uns das leisten?

Wieder andere wollen etwas ändern und ihren Teil zum Klimaschutz beitragen - fragen sich aber, ob sie sich das leisten können. Erika Bauer und Wolfgang Nieke aus Stuttgart besitzen ein mehr als 100 Jahre altes Stadthaus mit acht Wohnungen. Bislang heizen sie mit Gasetagenheizungen.

Jetzt wollen sie umstellen auf Fernwärme. In den vergangenen Monaten haben sie sich informiert, ob sie überhaupt einen Anschluss ans Fernwärmenetz bekommen können, Angebote für den Umbau ihres Hauses eingeholt - und mussten feststellen, dass das alles nicht so einfach ist.

Ein ungelöstes Problem: Monopole bei der Fernwärme

Was ihnen auch zu schaffen macht: Die Monopolstellung der Anbieter bei der Fernwärme. Denn sie wollen nicht, dass ihre Mieterinnen und Mieter fürs Heizen künftig deutlich mehr bezahlen müssen.

Tatsächlich ist das ein Problem. Laut Verbraucherzentrale Bundesverband liegt die Fernwärme mit einem mittleren Preis von 17 Cent pro Kilowattstunde Heizleistung deutlich über den derzeitigen Gaspreisen, nicht wenige Anbieter liegen sogar deutlich über 20 Cent. Und wer sich einmal an einen Anbieter bindet, ist von ihm abhängig.  

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