In Eppelheim ist am Donnerstag die Weltmeisterschaft der Berufskraftfahrer gestartet. Dabei messen sich 130 Fahrerinnen und Fahrer aus elf Ländern in verschiedenen Disziplinen. Neben dem praktischen Teil fließen, ähnlich wie in der Fahrschule, auch die Ergebnisse einer Theorieprüfung und ein Sehtest in die Wertung ein.
Geschicklichkeit und Augenmaß gefragt
Egal ob 40-Tonner mit Sattelschlepper, Linienbus oder Sprinter - gefahren wird in verschiedenen Disziplinen. Der praktische Teil besteht aus einem Parcours, den die Teilnehmenden meistern müssen. Dabei ist vor allem Präzision und Augenmaß gefragt. Beim Rückwärtseinparken können Millimeter über Punkte entscheiden. Bei einem Hindernis müssen die Piloten aus gut 50 Metern eine Schranke in Höhe und Breite so einstellen, dass das Fahrzeug möglichst knapp durchkommt. Je knapper, desto mehr Punkte gibt es. Wer sich verschätzt und die Abgrenzungen berührt, bekommt keine Punkte.
Bei der Theorieprüfung werden 30 Fragen gestellt. Hier wird zum Beispiel das Fachwissen über Technik, Pneumatik (also der Einsatz von Druckluft), Hydraulik (eine Technik, bei der mithilfe von Flüssigkeit Druck erzeugt und in mechanische Energie umgewandelt wird) oder Verkehrssicherheit getestet. Anschließend geht es zum Sehtest und bevor jemand ein Fahrzeug bedienen darf, gibt es den obligatorischen Alkoholtest.
130 Fahrerinnen und Fahrer aus elf Ländern
Die meisten Teams kommen aus Europa. Aber der Veranstalter, die Union Internationale des Chauffeurs Routiers (UICR), versucht den Wettbewerb seit Jahren über den ganzen Globus wachsen zu lassen. Erstmals dabei ist in diesem Jahr das Team USA.
Die weiteste Anreise hat aber das Nationalteam aus Simbabwe auf sich genommen, das nach eigener Aussage zum ersten Mal nach der Covid-Zeit wieder dabei ist. Im Gespräch mit dem SWR sagte die Fahrerin Samantha Dzowo, dass der Wettbewerb einen hohen Stellenwert für die Gruppe habe.
Am spannendsten ist für uns: Wir sind das einzige afrikanische Land hier. Wir repräsentieren also ganz Afrika. Und wir wissen, dass wir es schaffen können.
Dass es kein Preisgeld zu gewinnen gibt, stört hier keinen. Es geht um Ruhm und Ehre und auch um den Spaß an der Sache, sagt USA-Teamchefin Diethild Holbein: "Das ist so eine tolle Sache, dass wir hierherkommen können und mit allen Leuten internationalen Wettbewerb machen können. Das ist einfach einmalig!“
Weltmeister Finnland - das Team, das es zu schlagen gilt
Aktuell ist Finnland der amtierende Weltmeister. Aber auch Gastgeber Deutschland hat viele preigekrönte Fahrer im Team. Mario Kühne aus der Nähe von Kaiserslautern zum Beispiel ist selbst mehrfacher Weltmeister und neunfacher deutscher Meister in der Kategorie Sattelzug. Seine erste Weltmeisterschaft ist er vor 31 Jahren gefahren, damals ebenfalls in Eppelheim.
Auch Thomas Scheidt aus Karlsruhe ist mit großen Ambitionen angereist. Der achtfache deutsche Meister wurde bei der WM schon mal Zweiter - dieses Jahr will er sich Platz eins holen. Nach dem Parcours zeigte er sich aber eher vorsichtig optimistisch: "Es geht besser tatsächlich. Ich habe zwei, drei Patzer drin. Aber ich habe auch Aufgaben, bei denen ich gut war, bei denen ich weiß, dass viele Schwierigkeiten haben. Man wird am Samstag sehen, was dabei rauskommt."
Der Wettbewerb hat auch ein ernstes Anliegen
Die Weltmeisterschaft soll den Teilnehmern Spaß machen und Menschen aus aller Welt zusammenbringen, aber sie hat auch einen ernsten Hintergrund. Sepp Bamert ist Vizepräsident des internationalen Dachverbands der Berufskraftfahrer UICR und betont, es geht um Verkehrssicherheit.
Wir schulen die Leute, wir zeigen ihnen, wie sie es besser machen können. Und vor allem, wenn wir solche Wettbewerbe veranstalten, üben die Teilnehmer zu Hause, sie feilen an ihrer Sicherheit, an ihren Fachkenntnissen. Das ist das, was wir auf spielerische Art unterstützen möchten.
Es gehe auch darum, jeden Unfall zu vermeiden.