Besonders dramatisch ist die Situation in Heidelberg: In der Universitätsstadt sind laut dem Studierendenwerk im vergangenen Jahr fast doppelt so viele Bewerbungen auf einen Wohnheimplatz gekommen, wie es überhaupt Betten gab. 4.342 Wohnheimplätze stehen in Heidelberg zur Verfügung, ergänzt durch 721 zusätzliche Plätze an Außenstandorten wie Heilbronn, Mannheim und Bad Mergentheim (Main-Tauber-Kreis). Beim Studierendenwerk sind etwas etwa 9.000 Bewerbungen eingegangen, von denen allein rund 8.000 auf Heidelberger Wohnheimplätze kommen. Je nach Zimmer- oder Wohnungstyp kosten die Unterkünfte zwischen 214 und 797 Euro.
In Mannheim kommen auf 3.000 Wohnplätze rund 4.300 Bewerbungen
In Mannheim ist der Andrang auch groß: Das Studierendenwerk stellt 3.000 Wohnplätze zur Verfügung. Zum Herbst-Winter-Semester, das Anfang August begonnen hat, zählte es bislang rund 4.300 Bewerberinnen und Bewerber. Kostenpunkt je nach Unterkunftsart: zwischen 320 und 540 Euro.
Studierende möchten lieber alleine wohnen
Besonders beliebt in Mannheim sind Einzelapartments mit eigenem Bad und Küche sowie sogenannte Doubletten, also Einzelzimmer in einer WG, bei denen sich zwei Personen ein Bad teilen, während die Küche von der gesamten WG genutzt wird. Die Nachfrage nach klassischen Wohngemeinschaften ist hingegen in den letzten Jahren nach Angaben des Studierendenwerks deutlich gesunken.
Die maximale Mietdauer in Mannheimer Wohnheimen liegt bei drei Jahren, kann aber laut Studierendenwerk in besonderen Fällen verlängert oder verkürzt werden. Die Grundwohnzeit in Heidelberg beträgt laut Studierendenwerk hier ebenfalls drei Jahre, was von einem Großteil der Studierenden voll ausgeschöpft wird.
Studierendenwerke vermitteln Privatzimmer als teurere Alternative
Um den Wohnungsmarkt für Studierende zu entlasten, setzen sowohl das Studierendenwerk Mannheim als auch das Studierendenwerk Heidelberg auf Privatzimmervermittlungen. Mithilfe von digitalen Plattformen können Privatpersonen dort Zimmer oder auch Untermieten anbieten, beispielsweise wenn es für jemanden in ein Auslandspraktikum geht. Darüber hinaus ruft das Studierendenwerk Heidelberg mit der Kampagne "Studis suchen Zimmer!" zu Beginn eines jeden Semesters private Vermieterinnen und Vermieter aktiv dazu auf, Zimmer an Studierende zu vermieten. Diese sind laut dem Studierendenwerk in der Regel allerdings oft deutlich teurer als die Wohnheimzimmer.