Eltern, die sich in die Kita einklagen - das scheint es immer häufiger zu geben. Die Zahl der Klagen an den Verwaltungsgerichten in Stuttgart, Karlsruhe und Freiburg ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ergeben hat. Nur am Verwaltungsgericht Sigmaringen blieb die Zahl relativ konstant.
Kita-Plätze: Zahl der Klagen in BW deutlich gestiegen
Am Verwaltungsgericht in Stuttgart lag die Zahl der Klagen im Jahr 2021 noch bei 29, im vergangenen Jahr stieg sie auf 150 Eil- sowie Klageverfahren an. "Erfahrungsgemäß geht es in der Mehrzahl der Verfahren um einen Betreuungsplatz", erklärte ein Gerichtssprecher. Es gebe aber auch Fälle, in denen es etwa um die Frage geht, ob ein Kind weiterhin die Kita besuchen könne.
Die Richter in Karlsruhe hatten laut Gericht 36 Verfahren zu verhandeln. Seit 2021 waren es den Angaben nach insgesamt 16. In Freiburg wurden 23 Kita-Platz-Klagen behandelt - mehr als dreimal so viele wie im Jahr 2021, da waren es 7.
Kitas in BW: Rund 60.000 Plätze fehlen
Seit Anfang des Jahres planen viele Einrichtungen das neue Kindergartenjahr 2025/2026, das im September beginnt. Das Problem: Der Personalmangel zwingt Träger dazu, Betreuungszeiten zu kürzen oder sogar ganze Gruppen zu schließen. Viele Eltern finden deswegen keinen Betreuungsplatz für ihre Kinder.
Laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung fehlen in Baden-Württemberg rund 60.000 Kita-Plätze, um den Bedarf der Eltern zu decken. Um die Nachfrage erfüllen zu können, braucht es nach Berechnungen der Stiftung bis ins Jahr 2025 zusätzlich 14.800 Fachkräfte.
Seit 2013 haben Kinder mit Vollendung des ersten Lebensjahres in Deutschland einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz.