Im vergangenen Jahr hat die Polizei in Baden-Württemberg bei mehreren Tausend Fällen von Nachbarschaftsstreitereien eingreifen müssen. Nach Angaben des baden-württembergischen Innenministeriums wurden 9.610 Menschen im Land Opfer eines Nachbarschaftskonflikts. Das seien rund acht Prozent mehr Fälle als im Vorjahr.
Tausende Streits mit Nachbarn enden blutig
Während die Zahl der Verletzten von 4.160 auf 3.994 sinkt, wird deutlich mehr beleidigt und gedroht. Rund 40 Prozent aller Betroffenen erleiden im Streit mit den Nachbarn leichtere Körperverletzungen, fast ein Drittel fühlt sich bedroht. Sieben Streits endeten im vergangenen Jahr tödlich.
Experten raten, Konflikte mit Nachbarn direkt anzusprechen
Joachim Knöpfel ist Rechtsberater beim Deutschen Mieterbund, Mieterverein Baden-Baden und Umgebung. Sein Tipp bei Streietereien mit den Nachbarn: Konflikte ansprechen. "Ein Gespräch muss immer der erste Schritt sein", so Knöpfel. Unausgesprochene Probleme würden leichter eskalieren.
Auch Holger Kern, Spezialist für Nachbarschaftsstreitigkeiten in Stuttgart, rät zur offenen Kommunikation. "Man spricht oft zu spät, zu wenig, im falschen Moment oder in verärgerter Stimmung", meint Kern. Wenn ein Streit mit dem Nachbarn oder der Nachbarin nicht gelöst wird, könne das auch seelisch belasten. Laut Kern kann das auch die Gesundheit beeinflussen.