Nach Forderung von Polizeigewerkschaft

Mehr Messerangriffe: Polizisten im Land bekommen stichsichere Uniformen

Bislang schützen Westen Polizistinnen und Polizisten nicht vor Messerstichen, sondern nur vor Schüssen. Wegen der Gefahr durch Messerangriffe wurden neue Forderungen laut - die die Politik erfüllt.

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Wegen der vielen Messerangriffe auf Polizisten in Baden-Württemberg bekommen die Beamten eine neue Uniform, die besser gegen Stichverletzungen schützen soll. Das kündigte Innenminister Thomas Strobl (CDU) am Mittwochabend im SWR im Rahmen seines Besuches an der Polizei-Hochschule in Herrenberg im Kreis Böblingen an.

Die neuen Uniformen sollen schnittfeste Elemente besitzen, so Strobl. Sie zu durchstechen ist laut einem Polizeisprecher immer noch möglich, aber es ist schwerer. Bei Strobls Besuch in Herrenberg zeigten Polizeitrainer, was Messerangriffe so gefährlich macht.

Zuvor hatte die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Baden-Württemberg wegen der hohen Zahl von Messerangriffen entsprechende Westen mit Stichschutz für Streifendienst-Beamte gefordert. Nach einem Anstieg der Fallzahlen auf mehr als 3.100 erfasste Messerangriffe 2024 zeichnet sich laut Innenministerium in diesem Jahr ein leichter Rückgang ab.

Viele Beamte schildern, dass sie sich im täglichen Dienst verletzbarer fühlen, gerade weil eine reale Bedrohung durch Messerangriffe in der Praxis immer wieder vorkommt.

Wegen Messerangriffen: Polizistinnen und Polizisten fühlen sich verletzbarer

"Kolleginnen und Kollegen im Streifendienst berichten zunehmend von einer deutlich gestiegenen Wahrnehmung von Gefahren durch Messerangriffe", sagte GdP-Landesvizevorsitzender Thomas Mohr. Denn Messer seien jederzeit verfügbar, könnten verdeckt getragen werden und seien innerhalb von Sekunden lebensgefährlich einsetzbar.

Das belaste Einsatzkräfte und wirke sich auf ihr Sicherheitsgefühl aus, so Mohr: "Viele Beamte schildern, dass sie sich im täglichen Dienst verletzbarer fühlen, gerade weil eine reale Bedrohung durch Messerangriffe in der Praxis immer wieder vorkommt."

Polizeigewerkschaft: Training allein schützt nicht vor Messerangriffen

"Der feige und tödliche Messerangriff" auf Rouven Laur habe auf tragische Weise gezeigt, was ein geübter Angreifer in nur knapp 25 Sekunden anrichten könne, sagt der GdP-Landesvizevorsitzende. Auch deshalb müssten Polizistinnen und Polizisten besser geschützt werden.

In der polizeilichen Aus- und Fortbildung werde für Messerangriffe beim taktischen Einsatztraining trainiert. Doch diese Maßnahmen stießen in der Realität an Grenzen, da Messerangriffe schnell und unberechenbar sind, so Mohr. Deshalb brauche es in erster Linie bessere Ausstattung.

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SWR

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