Krise in der Autoindustrie

Porsche-Betriebsrat fürchtet um deutsche Standorte - und fordert Zukunftsplan

Der kriselnde Autobauer Porsche ringt um seine Zukunft. Bei Betriebsversammlungen wurden die Beschäftigten in Zuffenhausen und Weissach informiert. Der Betriebsrat fürchtet um die deutschen Standorte.

Teilen

Stand

Von Autor/in Uwe Bettendorf, Lutz Heyser

Der Gesamtbetriebsratschef von Porsche, Ibrahim Aslan, sieht die deutschen Standorte des Sportwagenbauers in Gefahr. Der Vorstand habe bisher kein Zukunftsbild für die deutschen Porsche-Standorte aufgezeigt.

Damit steht jeder vierte Arbeitsplatz in der Porsche AG auf dem Spiel. Aber wir sind überzeugt: Die Zukunft der Kolleginnen und Kollegen ist wichtiger als die reine Erhöhung des Profits.

Stattdessen drohe der Vorstand mit der Verlagerung von Entwicklung und Produktion in Länder mit deutlich niedrigerem Lohnniveau, sagte Aslan mit Blick auf die laufenden Gespräche über weitere Einsparungen. Damit sei jeder vierte Arbeitsplatz im Unternehmen in Gefahr, so Aslan.

Ibrahim Aslan ist seit Mitte 2025 Gesamtbetriebsratsvorsitzender bei Porsche.
Ibrahim Aslan ist seit Mitte 2025 Gesamtbetriebsratsbvorsitzender bei Porsche. Porsche AG

Porsche-Beschäftige nach Betriebsversammlungen verunsichert

Aslan forderte das Management dazu auf, Lösungen vorzulegen, wie etwa Investitionen in die Porsche-Standorte und keine einseitigen Kürzungen auf Kosten der Beschäftigten. Die Belegschaft sei verunsichert und unzufrieden, dies sei auf den Betriebsversammlungen in Zuffenhausen und Weissach deutlich geworden.

Von Unternehmensseite hieß es bisher lediglich, angesichts der veränderten Rahmenbedingungen seien erhebliche Kostenoptimierungen zwingend erforderlich. Darüber spreche man mit der Arbeitnehmerseite im Rahmen eines zweiten Zukunftspakets - weiterhin vertraulich und auf Augenhöhe. Ein Zeitplan für die weiteren Verhandlungen wurde nicht genannt.

Zuffenhausen

1.900 Jobs weniger bis 2029 bereits angekündigt Porsche will in Zuffenhausen und Weissach noch mehr sparen - fallen weitere Jobs weg?

Das Management der Porsche AG will weiter sparen. Es könnte weiteren Personalabbau und weniger Azubistellen geben sowie Geschäftsteile könnten ausgelagert werden.

SWR Aktuell Baden-Württemberg SWR BW

Baden-Württemberg

Krisenstimmung bei Sportwagenhersteller Porsche baut 1.900 Stellen ab - Weissach und Zuffenhausen betroffen

Bis 2029 will Porsche in BW 1.900 Menschen weniger beschäftigen. Die Stellen sollen durch Altersteilzeit abgebaut werden. Was nach 2030 kommt, ist noch offen.

SWR1 Baden-Württemberg SWR1 Baden-Württemberg

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Uwe Bettendorf
Lutz Heyser
Onlinefassung
Jutta Kaiser
Bild von Jutta Kaiser aus der SWR-Wirtschaftsredaktion.

Unsere Quellen

Transparenz ist uns wichtig! Hier sagen wir Ihnen, woher wir unsere Infos haben!